Waffen aus NATO(-Türkei)-Beständen in Akçakale: Ein Rätsel?

Für die Samstag-Ausgabe der türkischen Zeitung “soL“ interviewte mich der türkische Journalist Osman Cutsay über Recherchen, die ich zum Granaten-Angriff an der syrisch-türkischen Grenze durchführte, der im Oktober 2012 stattfand und u. a. zur Stationierung von Patriot-Raketenabwehrsystemen in der Türkei führte.

Lars Schall

In der semi-offiziellen Militärzeitschrift “Der Soldat”, die seit 1956 in Österreich herausgegeben wird, erschien im Januar diesen Jahres eine bemerkenswerte Kurznachricht. Im Zusammenhang mit dem Granatenangriff an der türkisch-syrischen Grenze, der im Oktober 2012 fünf türkische Zivilisten ums Leben brachte, wurde der Eindruck erweckt, dass der Granatenangriff auf die Türkei inszeniert war. Wortwörtlich hieß es in der Ausgabe Nr. 1 vom 18. Januar 2013 in “Der Soldat“:

„Türkei: Jene Werfergranate aus Syrien, die fünf Türken tötete, stammt eindeutig aus NATO-Beständen. Es scheint so, als hätte das NATO-Mitglied Türkei die syrischen Aufständischen mit Waffenlieferungen unterstützt. Allerdings müssten diese Lieferungen mit anderen NATO-Staaten abgestimmt sein.“

Demnach würden also, wenn der Bericht zuträfe, NATO-Staaten und ihre syrischen Verbündeten den Feuerüberfall am 3. Oktober 2012 in Akcakale eingeleitet haben, der letztendlich zur Stationierung von NATO-Soldaten und Patriot-Raketen an Syriens Grenze zur Türkei führte. Die Türkei hatte nach dem Angriff sogleich das Assad-Redime beschuldigt, an dem Überfall beteiligt gewesen zu sein, während der NATO-Rat den Angriff scharf verurteilte. Nach einem türkischen Vergeltungsschlag auf die Region um Tal Abiyad in der syrischen Provinz Rakka gab es jedoch offiziell keine unabhängige Untersuchung des Beschusses von Akcakale. Stattdessen autorisierte das türkische Parlament die türkische Armee, im Zuge der Selbstverteidigung in anderen Staaten intervenieren zu dürfen. Ein Antrag der Türkei auf die Stationierung von “Patriot“-Raketen wurde eiligst stattgegeben, und seit Februar befinden sich sechs Batterien, die aus Deutschland, den Niederlanden und den USA kommen, im Einsatz.

Der türkische Journalist Osman Cutsay berichtete kürzlich über die Bemühungen, die ich zusammen mit Pepe Escobar, dem geopolitischen Analysten von Asia Times Online unternahm, um der Meldung von “Der Soldat“ auf den Grund zu gehen. Der Bericht von Herrn Cutsay erschien in der türkischen Zeitung “soL“ am 04. Mai 2013. Hierfür interviewte er mich auf Deutsch…

http://www.larsschall.com/2013/05/05/waffen-aus-nato-turkei-bestanden-in-akcakale-ein-ratsel/

This entry was posted in Bürgerbewegung, Freiheit, Frieden, Gerechtigkeit, Krieg, Politik, Propaganda, Terror and tagged , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply