US Schauprozess gegen Whistleblower Bradley Manning beginnt

Bradley Manning hatte 2010 als US-Obergefreiter im Irak wichtige Dokumente an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergeleitet, die schwere Menschenrechtsverletzungen, Kriegsverbrechen und Massaker der Besatzungssoldaten an Zivilisten im Irak dokumentierten.

Jürgen Meyer

Bradley Manning bewarb sich bereits 2007 bei der amerikanischen Armee.

Bereits vorhandene Computerkenntnisse gaben nach seiner Grundausbildung in Fort Leonard Wood, Missouri, den Ausschlag für seine weitere militärische Verwendung. In Fort Huachuca, Arizona, absolvierte er eine Ausbildung zum Nachrichtenanalysten, in der er unter anderem den Umgang mit militärischen Datenbanken erlernte. Er erhielt die Zulassung für die Geheimhaltungsstufe „Top Secret“ und war später in der Forward Operating Base Hammer, etwa 60 Kilometer östlich von Bagdad, stationiert.

Während seiner Stationierung im Irak von Mitte 2009 bis Mai 2010 soll er über das SIPRNet, ein Rechnernetz des Außen- und Verteidigungsministeriums der USA, Zugang zu geheimen Informationen gehabt haben, weil er in einem Aufklärungs- und Abwehrbataillon eingesetzt war. Ansonsten hätte er aufgrund seines Dienstgrades als Obergefreiter dazu keinen Zugang haben dürfen.

Während Manning in seinem Privatleben offen homosexuell lebt, verheimlichte er bei seinem Arbeitgeber seine sexuelle Orientierung aufgrund der während seiner Dienstzeit noch gültigen US-amerikanischen Regel „Don’t ask, don’t tell“, was, nachdem er einen Freund mit militärkritischen Ansichten und liberale Studenten des MIT kennengelernt hatte, für ihn zum Problem wurde.

In einem anonymen Interview gegenüber einem Nachrichtenportal im Internet äußerte er, diese Regelung sei für ihn das Schlimmste am Militär und er müsse ein Doppelleben führen.

Noch im Wahlkampf 2008 hatte Obama sich als Verfechter von Transparenz und, ja, auch von Geheimnisverrat inszeniert, sollte dieser der Aufdeckung von Missständen dienen. Und nun? In Sachen Manning jedenfalls hat der Präsident sein Urteil offenbar bereits gefällt: “Er hat das Gesetz gebrochen.”

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