Forschen für den Krieg

Universitäten in Deutschland erhalten jährlich Millionenbeträge vom Verteidigungsministerium. Widerstand dagegen nimmt zu

Michael Schulze von Glaßer

Rund 19 Millionen Euro hat das Verteidigungsministerium in den Jahren 2007 bis 2012 für die Erforschung neuer Wehrtechnik ausgegeben, 15 Millionen für wehrmedizinische Forschung. Bekannt wurde dies Ende Juli durch Antworten des Ministeriums auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Hinzu kamen Millionenaufträge in anderen für das Militär relevanten Wissenschaftsbereichen. Insgesamt widmeten sich in besagtem Zeitraum 124 durch das Ministerium finanzierte Hochschulprojekte der wehrtechnischen Forschung und Technologie, 30 Projekte wurden allein 2012 vergeben.

Besonders die Universität Kiel bekam in den letzten Jahren Geld vom Verteidigungsministerium. Mit den vier Millionen Euro wurde etwa eine Studie zur »Aufstandsbekämpfung« finanziert. Dabei ging es vor dem Hintergrund des Afghanistan-Einsatzes um Empfehlungen an die Politik für eine effektivere ressortübergreifende Zusammenarbeit.

Dem Kieler Studenten Ruben Reid gefällt das gar nicht: »Die Studierenden in Kiel haben sich vor kurzem mehrheitlich gegen Militärforschung an der Uni ausgesprochen«, so Reid. Der 22jährige setzt sich für eine sogenannte »Zivilklausel« ein, mit der Forschung und Lehre für Krieg und Militär an Hochschulen unterbunden werden soll: »Wir haben ein großes Transparenzproblem und wissen gar nicht genau, wo die Gelder des Ministeriums überall verwendet werden und ob auch die Rüstungsindustrie hier forschen läßt«, erklärt Reid ein aktuelles Problem an der Universität…

http://www.imi-online.de/2013/08/02/forschen-fur-den-krieg/

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