Reizwort Kommunismus

Medien unterschlagen die junge Welt gerne. Darum, daß diese Zeitung bekannter wird, müssen sich die Zeitung und ihre Leserinnen und Lesern schon selber kümmern.

Dietmar Koschmieder

Sie lügen wie gedruckt, wir drucken, wie sie lügen – die junge Welt wirbt auf Buchmessen, Infoständen und Plakaten mit diesem Satz und stößt damit auf großes Interesse: Immer mehr Lesende bemerken, daß angeblich objektive Medien sehr oft ganz andere Interessen als die ihrer Konsumenten vertreten – und dabei auch vor Halbwahrheiten, Unwahrheiten und Lügen nicht zurückschrecken. Weil eine Zeitung wie die junge Welt da nicht in den Kram paßt, wird sie gerne unterschlagen. Berücksichtigt wird sie in Nachrichtenspalten und Kommentaren meist nur dann, wenn man negative Schlagzeilen damit verbinden kann: Am 5. April 1995 wurde um 20 Uhr in der Tagesschau das Ende der jungen Welt verkündet. Daß es doch weiterging, weil ein Verlag und eine Genossenschaft in Regie der Belegschaft gegründet wurden, meldeten dann die »Berliner Abendschau« des ARD-Regionalsenders. Daß die junge Welt 2012 in eine existenzbedrohende Krise geriet, war Medienthema – nicht aber, wie sie mit Hilfe ihrer Leserinnen und Leser da wieder herauskam. Diese Art von selektiver Wahrnehmung, mit der die öffentliche Meinung beeinflußt werden kann, betrifft aber auch andere. So können Wahlergebnisse von Parteien durch die Art der Medienbeachtung hoch- und runtergeschrieben werden. Über die Partei Die Linke werden ebenfalls bevorzugt Negativschlagzeilen präsentiert.

Das wird künftig etwas problematischer. Weil sie wohl stärkste Oppositionspartei im neuen Bundestag wird. Das zwingt die Medien zu größerer Aufmerksamkeit…

http://www.jungewelt.de/2013/10-26/001.php

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