Die globale Plutokratie

Kurz vor der jährlich stattfindenden Zurschaustellung parasitären Reichtums und Macht beim Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpenferienort Davos hat Oxfam Charity einen Bericht veröffentlicht, in dem vor beispiellosem Wachstum sozialer Ungleichheit auf der ganzen Welt gewarnt wird.

Andre Damon und Barry Grey

Der Bericht, der eine Welt beschreibt, die sich in der Umklammerung einer Handvoll Plutokraten befindet, stellt fest, dass die reichsten 85 Menschen der Welt mehr Reichtum besitzen, als die unteren fünfzig Prozent der Weltbevölkerung: d.h. mehr als 3,5 Milliarden Menschen! Er bemerkt, dass das reichste Prozent heute 46 Prozent des Weltreichtums besitzt. Oxfam schreibt: „Der Reichtum des reichsten Prozentes der Menschen in der Welt beläuft sich auf 110 Billionen Dollar (…) das ist 65 mal so viel wie der Reichtum der unteren Hälfte der Weltbevölkerung.“

Der Bericht enthält eine Graphik, die zeigt, dass die Vereinigten Staaten seit 2008 den höchsten Zuwachs sozialer Ungleichheit unter allen Industrieländern aufweisen.

Die Verarmung der Arbeiterklasse auf der einen und weitere Bereicherung der Finanzelite auf der anderen Seite haben sich seit dem Wall-Street-Zusammenbruch 2008 beschleunigt. Während sich das Vermögen der Milliardäre weltweit verdoppelt hat, gibt es heute über eine Milliarde Menschen, die von weniger als einem Dollar am Tag leben. Beinahe die Hälfte der Weltbevölkerung, über drei Milliarden Menschen, stehen weniger als 2,50 Dollar täglich zur Verfügung.

Am selben Tag, als Oxfam seine Studie veröffentlichte, berichtete die International Labor Organization (ILO), dass die Zahl der arbeitslosen Menschen im Jahr 2013 weltweit um fünf Millionen auf 202 Millionen anwuchs. Die ILO sagte voraus, dass die Gruppe der Arbeitslosen bis 2014 weiter anwachsen werde.

Es gibt in der Menschheitsgeschichte keine Parallele zu der immensen Konzentration des Reichtums, wie er heute existiert, ebenso wenig zu den Extremen des Parasitismus und der Verkommenheit, mit denen die „neue Normalität“ sich darstellt. Der Gegenwartskapitalismus – den die herrschende Klasse und ihre Zuhälter aus Politik und Medien „freie Markwirtschaft“ nennen – hat eine Welt geschaffen, in der jede politische Entscheidung von dem Bedürfnis diktiert wird, den Reichtum eines verschwindend kleinen Teils der Weltbevölkerung zu schützen und zu mehren…

http://www.wsws.org/de/articles/2014/01/23/plut-j23.html

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