Nur noch Halbwahrheiten

Für eine ehrliche Presse von Christian Lehmann

Glenn Greenwald findet, dass “grundlegende Pressefreiheiten” in Deutschland weltweit mit am besten gewährleistet sind. Grundlegend reicht aber nicht aus, sie muss ehrlicher werden. #Wikileaks kann helfen.

Wenn es nach dem NSA-Enthüllungsjournalisten Greenwald geht, soll die Presse die “Mächtigen zähmen”, wie heise.de zitierte. Die Berichterstattung über die Russland-Krise zeigt, dass die Medien nur sehr eng zumindest mit der Politik verflochten sein muss. Aber auch die Abhängigkeit vom Werbepartner macht die Sache nicht besser.

Der “mediale kalte Krieg” hat vor einigen Jahren schon begonnen. Zumindest fiel eine antirussische Tendenz auf. Auffällig wurde es zwei Jahren, nachdem die Leitmedien anfingen die Rockband-Pussy-Riot als Freiheitskämpfer zu glorifizieren, nachdem sie verhaftet wurden – wegen grober Verletzung der öffentlichen Ordnung nach Paragraph 213 des russischen Strafgesetzbuchs verklagt wurden.Ein Punk-Gebet in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau war der Grund und nicht die Putin-Kritik, wie man es gerne verkaufte.

Auf einmal wurde es von den Leitmedien wieder vorgelesen: “Das Märchen vom bösen Russen”.

Immerhin gab es noch ein wenig Widerstand: Der Autor Moritz Gathmann stellte sich gegen diese Tendenz in der Frankfurter Allgemeinen und kritisierte den “arroganten rechthaberischen Duktus” um diese Aktivistengruppe.

Inzwischen wurden Pussy Riot wieder von Präsident Wladimir Putin nebst Michail Chodorkowski kurz vor den Olympischen Spielen begnadigt, was das Bild Putins in den Medien auch nicht viel besser darstellte. Man sprach von Kalkül.

Sowohl Chodorkowski als auch die Band wurden in Deutschland mit allen Ehren empfangen. Beide verbindet, dass sie als Straftäter in Deutschland überwiegend als Kämpfer für Demokratie und Meinungsfreiheit gelten. Jede Kritik an Pussy Riot und Chodorkowski wird oftmals mit den unterschiedlichsten Keulen bekämpft. Mal mit der rechten, mal mit der homophoben, mal mit der antiamerikanischen Keule.

Durch den Ukraine-Konflikt wurde das Bild “bösen Iwan” komplett und die aktuelle Berichterstattung wird immer widersprüchlicher. Die Übergangsregierung die durch einen Putsch erfolgte wird vom Westen anerkannt und der Beitritt zur Krim als völkerrechtswidrig gewertet. Anscheinend dachte man, dass man in der Ukraine medial so vorgehen kann wie beim Arabischen Frühling vor drei Jahren, der ebenfalls überwiegend postitiv rezipiert wurde. Ein kleiner Tweet, ein kleiner Post sollte eine Revolution ausgerufen haben. Dabei hat der ORF im Weltjournal schon unlängst über sogenannte Revolutionsprofis gesprochen, die wissen wie man ein Volk gegen seine Regierung aufbringt.Nach so einem Video kann man schon mal auf die Idee kommen, dass hier einiges im Argen liegt…

http://digitalrealism.info/2014/04/15/nur-noch-halbwahrheiten-fur-eine-ehrliche-presse/

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