Umlauftank Berlin – oder wie wurde die “Rosa Röhre” rosa?

– Christian Boes

(…) 1967 wurde in Deutschland ein Sofortprogramm aufgelegt (Schiller/Strauss). Der Senat fuer Wirtschaft foerderte den Umlauftank. Nach erheblichen Schwierigkeiten wurde der Umlauftank auf der Schleuseninsel im Tiergarten gebaut. Ein Stab von Wissenschaftlern unter Leitung von Dr. Christian Boes began den Entwurf und die Ausschreibung der Arbeiten 1968 zusammen mit den Mitarbeitern des Senats fuer Bau- und Wohnen, Maschinenbauamt.

Als der damalige Senatsbaudirektor Mueller von dem Projekt erfuhr, stellte er ein Ultimatum, dass der Bau nur genehmigt wuerde, wenn ein Architekt fuer die kuenstlerische Gestaltung berufen wuerde. Den Zuschlag erhielt Ludwig Leo. Leo wurde beauftragt, die Halle des Umlauftanks zu entwerfen und die kuenstlerische Bauleitung zu uebernehmen. Dr. Ing. Pickert sollte das Baufundament entwerfen und dessen Statik berechnen. Dr. Ing. Bade wurde die technische Bauleitung uebertragen. Boes behielt den Entwurf der Roehre und der Maschinenanlage fuer die Pumpe und uebernahm die Gesamt-Bauleitung.

Wie das Rosa an die Roehre kam

Frau Boes schenkte ihrem Mann zur Promotion ein Bild des Malers Wolfagng Rohloff, Berlin, das daraufhin im Bauleitungsbuero hing. Alle drei Bauleiter stimmten fuer die Farbgebung des Umlauftanks entsprechend der Farben dieses Pop-Art Bildes. Die Halle blau, die Roehre rosa, die Stuetzen gruen und das Betonfundament gelblich.

Die hohe Halle mit 5 Stockwerken war imposant, nur musste spaeter die Wassergeschwindigkeit bei Versuchen reduziert werden. Bei hoeheren Geschwindigkeiten fliesst das Wasser schiessend und eine stehende Welle bildet sich in der Messtrecke aus, was zu Abloesungen und Schwingungen vor allem in der hohen Halle fuehrt.

Das Bild von Rohloff, das der Rosa Roehre das rosa gab:

http://www.boes-technology.com/umlauftank-berlin/

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