Wanna Play?

Dries Verhoeven: Liebe in Zeiten von Grindr

In vielen Städten, so auch in Berlin, eröffnen heute weniger Bars für ein homosexuelles Publikum als noch vor zehn Jahren. Warum die Wohnung verlassen, um jemanden kennenzulernen, wenn das auch von zu Hause aus über das Internet geht? Der niederländische Künstler Dries Verhoeven entwickelt mit dem HAU Hebbel am Ufer das neue Projekt “Wanna Play?”, eine performative Installation, welche die Möglichkeiten und die Tragik eines neuen Phänomens in den schwulen Communities thematisiert: Smartphone-Apps für Sexdates. Eine Fingerbewegung genügt – schon erscheinen auf dem Handydisplay bis zu 200 Männer, die sich in der Nähe befinden, geordnet nach geografischer Entfernung.

Nach den erfolgreichen Kämpfen der Schwulenbewegung in den 70er und 80er Jahren scheint so nun eine neue Heimlichkeit, ein neues “Closet”, zu entstehen. Die Art und Weise, wie Männer sich treffen, wird erneut unsichtbar für die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt. Genau diesen Prozess möchte Dries Verhoeven mit seiner Arbeit darstellbar machen und einer Diskussion aussetzen. Verhoeven, der unter anderem bereits mit “Dein Reich komme”, “Niemandsland”, “You are here” und “Fare thee well!” am HAU zu Gast war, wohnt zwei Wochen lang in einem gläsernen LKW-Trailer und tritt via Smart­phone mit Menschen in der Umgebung in Kontakt, die er zu sich einlädt. Das sogenannte “closed closet” wird öffentlich. …

http://www.hebbel-am-ufer.de/programm/spielplan/verhoeven-wanna-play/

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