Das Bewusstsein überlebt

Wissenschaftler untersuchen Nahtod-Erfahrungen und stossen auf ein medizinisches Paradoxon: Obwohl keine Gehirnaktivität mehr messbar ist, verfügen Menschen offenbar über Bewusstsein.

Haben Wissenschaftler den Beweis dafür gefunden, dass menschliches Bewusstsein den physischen Tod überdauert, es mithin ein Leben nach dem Tod gibt? Diese Frage wird in britischen Medienberichten erörtert, die über eine Studie der Universität Southampton berichten.

Der Studie der Universität im süd-englischen Southampton zufolge gibt es Belege dafür, dass menschliches Bewusstsein den Tod eines Menschen überdauert. Die Wissenschaftler hatten die medizinischen Berichte von mehr als 2060 Patienten ausgewertet, die einen plötzlichen Herzstillstand erlitten hatten. 330 von ihnen konnten durch Wiederbelebungsmassnahmen tatsächlich reanimiert werden. Die Auswertung von Interviews mit 140 der Überlebenden wurde im Fachmagazin «Resuscitation» publiziert. Für die «Aware»-Studie (AWAreness during REsuscitation: Bewusstsein während der Wiederbelebung) wurden Fälle von 15 Krankenhäusern in den USA, Grossbritannien und Österreich ausgewertet.

39 Prozent der Patienten, bei denen das Herz aufgehört hatte zu schlagen, berichteten von Gefühlen, Gedanken und Beobachtungen in der Zeit, in der ihr Herz nicht mehr schlug, in der sie «klinisch tot» waren. Nur wenige von ihnen hatten aber sehr konkrete Erinnerungen. Das legt nahe, so der Kardiologe Dr. Sam Parnia, der Leiter der Studie, dass ursprünglich mehr der Wiederbelebten eine geistige Aktivität, ein Bewusstsein nach dem Tod hatten, sich aber nicht mehr alle daran erinnern konnten. Ein Grund dafür könnte in Gehirnverletzungen liegen, an denen manche der Patienten litten, oder an der Wirkung der verwendeten Beruhigungs- und Narkosemittel.

Dreizehn Prozent der Patienten mit Herzstillstand berichteten von einer Wahrnehmung ausserhalb ihres Körpers. So konnte zum Beispiel einer der Wiederbelebten, ein 57-jähriger Sozialarbeiter, Details der Reanimierungsmassnahmen berichten. Für die Dauer von drei Minuten war der Mann klinisch tot. Der Mann konnte das Bemühen des Teams aus Ärzten und Pflegepersonal, welches um sein Leben gekämpft hatte, bis in Einzelheiten beschreiben. Er habe dies von ausserhalb seines Körpers, aus einer Ecke des Raumes, wahrgenommen.

Dr. Sam Parnia erklärte: «Wir wissen, dass das Gehirn nicht funktionieren kann, wenn das Herz aufgehört hat zu schlagen.» Bereits 20 bis 30 Sekunden nach dem Herzstillstand höre das Gehirn auf zu funktionieren, so Dr. Parnia. Aber auch nach dieser Zeit habe der Mann über ein Bewusstsein verfügt. Das sei bedeutsam, sagte er, weil üblicherweise vermutet werde, dass die Berichte über Nahtod-Erlebnisse sich durch Halluzinationen erklären liessen, also eine Wahrnehmung sei, die gehirnorganische Ursachen habe.

http://www.factum-magazin.ch/news-detail/das-bewusstsein-ueberlebt-192.html

Results of world’s largest Near Death Experiences study published

Recollections in relation to death, so-called out-of-body experiences (OBEs) or near-death experiences (NDEs), are an often spoken about phenomenon which have frequently been considered hallucinatory or illusory in nature; however, objective studies on these experiences are limited.

In 2008, a large-scale study involving 2060 patients from 15 hospitals in the United Kingdom, United States and Austria was launched. The AWARE (AWAreness during REsuscitation) study, sponsored by the University of Southampton in the UK, examined the broad range of mental experiences in relation to death. Researchers also tested the validity of conscious experiences using objective markers for the first time in a large study to determine whether claims of awareness compatible with out-of-body experiences correspond with real or hallucinatory events. …

http://www.southampton.ac.uk/mediacentre/news/2014/oct/14_181.shtml

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