Der Welthunger – Produkt kapitalistischer Ausbeutung


Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“
Jean Ziegler

Wer glaubt, der Hunger in den Entwicklungsländern, sei ein Ergebnis der schwierigen geographischen und klimatischen Bedingungen, sowie der Rückständigkeit und der Unfähigkeit der dort lebenden Menschen, mit den Problemen fertig zu werden, unterliegt einem schweren Irrtum. Es ist ein Irrtum, der aus Unwissenheit und Gleichgültigkeit erwächst und in der großen Zahl dazu beiträgt, dass die wahren Ursachen nicht benannt, geschweige denn bekämpft werden und maßloses Elend, Leid, Krankheit und frühzeitiger Tod unter Milliarden Menschen weiter wüten können.

Bei Naturkatastrophen sind Spenden von Hilfsgütern und Nahrungsmitteln notwendig. Doch es geht um von Menschen inszenierte Dauer-Katastrophen, in denen Spenden partiell sicher lindern und das eigene Gewissen zum Schweigen bringen können – als dauerhafte Geste sind sie zynisch und entwürdigend, da sie die Ursachen unangetastet lassen und letztlich das Andauern der Katastrophe befördern. „Wohltätigkeit ist das Ersäufen des Rechts im Mistloch der Gnade“, brachte dies der große Schweizer Pädagoge Pestalozzi in ein drastisches Bild. Die Menschen benötigen weniger herablassende Gnade als die Wiedereinsetzung ihres natürlichen Rechtes auf Nahrung, Gesundheit und Leben in ihrem Lande.

Ausmaß und Folgen des Hungers

Nach der aktuellen Schätzung der Vereinten Nationen vom Oktober 2014 leiden weltweit rund 805 Millionen von insgesamt 7,2 Milliarden Menschen unter Hunger. Das sind knapp 11,2 Prozent der Weltbevölkerung oder jeder neunte Mensch. Dem Index der Welthungerhilfe zufolge ist das Ausmaß des Hungers in 14 Ländern “sehr ernst”, insbesondere in Afrika südlich der Sahara, sowie in Haiti, Laos, Timor-Leste und im Jemen. Eritrea und Burundi werden als „gravierend“ eingestuft; hier gelten mehr als 60 Prozent der Bevölkerung als unterernährt. In 39 Ländern gilt die Ernährungslage der Bevölkerung als “ernst“. Allerdings konnten auch nicht alle Entwicklungsländer erfasst werden; für Kongo, Afghanistan und Somalia beispielsweise fehlen verlässliche Daten.

Zum Hunger muss man den sogenannten „verborgenen Hunger“ hinzuzählen, den akuten Mangel an wichtigen Mikronährstoffen wie Vitamin A, B, D, Eisen und Jod. Ein Mensch, der chronisch fehlernährt wird, kann sich satt fühlen, aber trotzdem schwer erkranken und sterben. Am verborgenen Hunger leiden, unter Einbeziehung der Industriestaaten, weltweit 2 Milliarden Menschen, also fast jeder dritte Mensch.(1) In den 122 Ländern der Dritten Welt, in denen nahezu 80 % der Weltbevölkerung leben, verursacht die Mangelernährung eine Fülle von Krankheiten, Behinderungen und den Tod vieler Menschen. Viele leben von den großen städtischen Müllhalden.

Jean Ziegler, lange UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, schildert aus seinen Reiseerfahrungen: „Die calampas in Lima, die favelas in Sao Paulo oder die dreckigen Slums der smoky mountains in Manila sind Orte, an denen ein pestilenzialischer Gestank herrscht. In den smoky montains, wo eine halbe Million Personen leben, liegt überall der Fäulnisgeruch in der Luft. Ratten beißen Säuglinge ins Gesicht. In diesen Blechhütten füllen sich die Frauen, Kinder und Männer mit Nahrungsabfällen, die sie auf den Müllbergen auflesen, den Magen. Die Kalorienzufuhr mag also manchmal ausreichen. Die Zusammensetzung der Nahrung hingegen kann gefährliche Mängel mit sich bringen.“(2)…

https://fassadenkratzer.wordpress.com/2015/03/03/der-welthunger-produkt-kapitalistischer-ausbeutung/

Jean Zieglers nicht-gehaltene Festspielrede 2011: Der Aufstand des Gewissens 1/2

Jean Ziegler, Soziologe, Globalisierungskritiker und Politiker, sollte im Juli 2011 die Salzburger Festspiele eröffnen. Nach seiner Einladung wurde er überraschend wieder ausgeladen. Seine Rede darf er in Salzburg nicht halten, doch was Jean Ziegler dem Festspielpublikum und der interessierten Öffentlichkeit an diesem Tag hätte sagen wollen, soll trotzdem kein Geheimnis bleiben.


Ecowin Verlag

https://www.youtube.com/watch?v=74ppqi8vhlU

Economic Hit Man – Doku

“Im Dienst der Wirtschaftsmafia – Ein Geheimagent packt aus”

Gesendet 14. Mai 2010 in ORF 2
Original-Titel: Apology of an Economic Hit Man

https://www.youtube.com/watch?v=FfWcZJtP6NI

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