Chinas Modell der Harmonie der Interessen ist das Paradigma zur Überwindung der Krise

Die Welle der Unterstützung für die von China initiierte Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) entwickelt sich immer mehr zu einem Waterloo für den amerikanischen Präsidenten Barack Obama, der nach dem chinesischen Angebot gegenüber den amerikanischen Bündnispartnern deutlich gemacht hatte, daß sie sich nicht an der AIIB beteiligen sollten.

– Alexander Hartmann

Aber die Ankündigung Großbritanniens am 12. März, daß es sich an der AIIB beteiligen werde, ließ alle politischen Dämme brechen, die Washington aufgeschüttet hatte: Deutschland, Frankreich, Italien, die Schweiz, Luxemburg, Österreich, Australien, Südkorea, die Türkei und andere signalisierten ihre Beitrittswilligkeit, selbst Kanada zeigt sich offen, die Idee zu prüfen, während China zum wiederholten Male die USA auffordert, sich ebenfalls der AIIB anzuschließen. Von allen G-7-Staaten halten sich nur noch Japan und die USA selbst fern von der AIIB.

Warum trotz des amerikanischen Widerstands ein so großes Interesse an der AIIB besteht, machte Tiberio Graziani, der Leiter des Instituts für höhere Studien der Geopolitik und ergänzender Wissenschaften (Istituto di Alti studi in geopolitica e scienze Ausiliarie, IsAG), in Interviews mit Sputnik Italia (18.3.) und dem nationalen italienischen Radiosender Raiuno deutlich. Was er für Italien sagt, gilt dabei auch für Deutschland: Es sei gar nicht Chinas Absicht, die Vereinigten Staaten „direkt“ herauszufordern, aber das wirtschaftliche „Gravitationszentrum“ der Welt verschiebe sich tatsächlich immer mehr nach Osten. Dies bedeute „eine sehr große Chance. Italien muß aufgrund seiner nationalen Interessen, aber auch auf der europäischen Ebene große Partner wie China finden, ein Land, das sich im Prozeß der Industrialisierung befindet. Italien hat hochtechnologisches Know-how von höchstem Rang. Indem es sich einer solchen Bank anschließt, spielt Italien eine Rolle auf der globalen Ebene. Wenn Italien ein respektierter und geschätzter Partner für China wird, dann können die heutigen wirtschaftlichen Probleme gelöst werden. Es ist offensichtlich, daß es für Italien nicht bloß darum geht, eine besondere Partnerschaft mit China zu haben, sondern auch mit den übrigen BRICS-Staaten, mit Brasilien, vor allem mit Rußland, und mit Indien.“

Frankreichs Botschafter in China, Maurice Gourdault-Montagne, beschrieb in einem Interview mit der offiziellen französischsprachigen chinesischen Internetseite French.China.org.cn die strategische Vision der chinesischen Seidenstraßen-Politik aus Sicht Frankreichs: „Wir wissen, daß China an seinem 13. Fünf-Jahres-Plan arbeitet. Frankreich wird aktiv antworten und selbst Anstrengungen unternehmen, ein besserer Partner Chinas zu werden, solange dies auf der Anerkennung der Gegenseitigkeit und gegenseitigen Vorteils basiert.“ Die französisch-chinesische Zusammenarbeit habe sich vom Handelsaustausch zu chinesischen Investitionen in Frankreich weiterentwickelt, was der Botschafter ausdrücklich begrüßte: „Investitionen bedeuten, gemeinsam die Zukunft aufzubauen.“ Diese Botschaft hatte auch der französische Ministerpräsident Manuel Valls jüngst bei seinem China-Besuch übermittelt. …

http://www.solidaritaet.com/neuesol/2015/14/leitartikel.htm

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