„Trendwende“ an den Börsen – Monumentale Manipulation zugunsten der korrupten Finanzelite

Nach dem Börsenbeben der vergangenen Tage (siehe Artikel vom 25.8.) haben die globalen Aktienmärkte in der Mitte der Woche eine – vorläufige – Trendwende vollzogen. Die Mainstream-Medien feiern das als „Erholung nach einem reinigenden Gewitter“ und werten es als Beweis für die Funktionstüchtigkeit des Systems. In Wahrheit aber zeigt die Entwicklung genau das Gegenteil: Das System funktioniert nicht mehr und ist ohne Hilfe von außen nicht überlebensfähig.

– Ernst Wolff

Auslöser für die internationalen Schockwellen waren die Einbrüche am Aktienmarkt in China. China hat den USA inzwischen den Rang des wirtschaftlich bedeutendsten Landes der Erde abgelaufen. Während die USA der wichtigste Handelspartner von 74 Ländern sind, erfüllt China diese Rolle inzwischen für 124 Länder. Unter den sechs größten Banken der Welt befanden sich im April 2015 vier Geldinstitute aus China.

Nach dem 1978 durch Deng Xiaopings Reformpolitik in Gang gesetzten beispiellosen Boom wurde Chinas Wirtschaft durch den Crash von 2008 schwer getroffen. Um sie wieder anzukurbeln, wurde den Banken die Kreditvergabe erleichtert. Es wurden milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt und riesige Infrastrukturprojekte in Auftrag gegeben. Das unregulierte Schattenbankenwesen explodierte, die Hälfte aller Kredite werden heute in China in diesem Sektor vergeben, dessen Volumen auf 5 Billionen US-Dollar geschätzt wird.

Auch die USA und die Eurozone reagierten auf den Crash von 2008, indem sie der Finanzindustrie riesige Geldsummen zur Verfügung stellten und die Zinsen senkten. Da der größte Teil dieses Geldes aber in die Spekulation wanderte, kam die Realwirtschaft nicht wieder in Gang, wodurch China die Rolle des globalen „Motors“ zufiel.

Doch auch China konnte nicht verhindern, dass die Nachfrage in den USA und Europa aufgrund der stockenden Wirtschaftsentwicklung immer stärker nachließ. Wegen der rückläufigen Investitionsmöglichkeiten hat sich das chinesische Geld daher neue Anlagemöglichkeiten gesucht. Eine davon war neben dem Immobilienmarkt der chinesische Aktienmarkt, der in den vergangenen Jahren einen kräftigen Aufschwung nahm.

Obwohl dieser Markt weltwirtschaftlich unbedeutend ist, gilt er als ein Indikator für die Gesundheit des chinesischen Systems. Deshalb reagierte die Regierung in Beijing, als der Markt im Mai / Juni einbrach, mit drastischen Maßnahmen: Sie pumpte Geld in den Markt, verbot Leerverkäufe (Wetten auf fallende Kurse), stoppte neue Aktien-Emissionen, untersagte Großinvestoren für sechs Monate den Verkauf von Aktien, verhaftete zudem einzelne Aktienhändler und warf ihr nicht genehme Wirtschaftsjournalisten ins Gefängnis.

Der zweite schwere Einbruch folgte dann Mitte August. Ihm ging eine politisch bedeutsame Entwicklung voraus, die einer kurzen Erklärung bedarf: Obwohl realwirtschaftlich inzwischen bedeutender als die USA, spielt China auf dem Währungsmarkt weltweit bisher keine Rolle. Der Yuan ist nicht frei handelbar und an den US-Dollar gebunden. Um diesen Zustand zu ändern, hat die chinesische Regierung in den vergangenen Monaten einige Anstrengungen unternommen. Unter anderem hat sie die Aufnahme des Yuan in den Währungskorb der Sonderziehungsrechte des IWF beantragt, in dem sich bisher nur der US-Dollar, der Euro, das britische Pfund und der japanische Yen befinden. Dieser Antrag ist am 11. August vom US-dominierten IWF für mindestens 9 Monate auf Eis gelegt worden. Am selben Tag und an den beiden darauffolgenden Tagen hat die chinesische Regierung ihre Währung abgewertet – eine deutliche Vergeltungsmaßnahme für die als Affront empfundene Entscheidung des IWF. …

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