Gorbatschow warnt vor Weltkrieg: „Wir könnten das kommende Jahr nicht überleben“

Nachdem die USA gemeinsam mit baltischen und osteuropäischen Partnern ihre nuklearen und konventionellen Bedrohung an der Grenze zu Russland ausgebaut haben, ergreift nun Michail Gorbatschow das Wort. Er warnt vor einem dritten Weltkrieg, der im Zuge der aktuellen Provokationen näher denn je sei.

– Wilhelm von Pax

Er galt lange als Befürworter einer prowestlichen Sichtweise im Zuge der Ukraine-Krise. So behauptete er beispielsweise, dass es kein Versprechen der NATO gegeben habe, dass sie sich nicht nach Osteuropa erweitert. Mehrere Dokumente, zeitgeschichtliche Aussagen und wissenschaftliche Untersuchungen belegen das Gegenteil (NEOPresse berichtet). Doch nun bezieht der letzte Staatspräsident der Sowjetunion klare Stellung.

Hintergrund sind zahlreiche Provokationen – meist militärischer Art – in den letzten Wochen. Diese gingen jedoch meist von amerikanischer oder europäischer Seite aus, nicht von russischer. So beschloss die Ukraine ein Gesetz, das dauerhafte Stationierung ausländischer Atomraketen auf ukrainischem Boden erlaubt (NEOPresse berichtet) und im Baltikum übten die USA Atombombenabwürfe (NEOPresse berichtet).

Zudem führten Fallschirmjäger der US-Army eine Militärübung in Lettland durch mit eindeutigem Bezug in Richtung Russland (NEOPresse berichtet). All das ist Teil einer neuen US-Militärstrategie, die sich nun stärker auf Europa – speziell Osteuropa – spezialisiert. So gilt in US-Amerikanischen Sicherheitskreisen Europa als lange militärisch vernachlässigter Kontinent, der nun gegen Russland neu in Stellung gebracht werden müsse.

Vor Provokationen dieser Art, sowie ähnlichen russischen Erwiderungen warnt nun der Friedensnobelpreisträger. In einem Interview sagte er wörtlich:

„Wir werden das kommende Jahr nicht überleben, wenn in dieser überhitzten Situation jemand die Nerven verliert. Das sage ich nicht nur so daher, ich mache mir wirklich große Sorgen.“

Auch die zunehmenden Aufklärungs- und Provokationsflüge sowohl der russischen als auch der westlichen Seite würden ihm Sorgen bereiten, sagte er. Weiter hieß es:

„Eins muss uns allen klar sein. Die NATO ist kein Friedensbündnis und die USA sind nicht unsere Freunde. Sie wollen sich überall einmischen um Kriege zu fördern – vom Irak über Afghanistan bis zur Ukraine.“

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