Die Integrations-Debatten-Verweigerer

Die sexuellen Übergriffe in Köln seien “inszeniert”. Oder wären “nicht schlimmer als das Oktoberfest”. In weiten Teilen der politischen Landschaft zeigen sich die Auswüchse ideologisierten und realitätsfernen Denkens.

– Sebastian Müller

Die Dimensionen der Vorfälle in Köln und anderen deutschen und europäischen Großstädten erwiesen sich in den vergangenen Tagen als immer größer. Selbst die New York Times hat sich jetzt dem Thema angenommen. Das Versagen des Rechtsstaates, der Integrations- und der Flüchtlingspolitik lässt sich nicht länger vertuschen. Die Beispiellosigkeit der sexuellen Übergriffe machen eine Auseinandersetzung nunmehr unvermeidlich.

Doch an dieser Stelle soll es nicht um die Konsequenzen für die Flüchtlingsfrage oder die Integration gehen, sondern um eine Debattenkultur, die einen nüchternen und sachlichen Umgang mit genau dieser drängenden Thematik geradezu verhindert.

In den Sozialen Netzwerken und den Medien werden alle möglichen Details der Kölner Silvesternacht thematisiert, instrumentalisiert und auch relativiert. Der Diskurs ist teilweise völlig entartet. Bedenklich sind die wenig bis gar nicht differenzierten, nach dem Weltbild der jeweiligen Peergroup ausgerichteten Argumentationsmuster.

Dass zum Beispiel die Übergriffe in Köln und andernorts der ideale Nährboden für den Rechtsextremismus und rechtspopulistische Parteien sind, wird dieser Tage auf allen Kanälen digitaler Mitteilungsmöglichkeiten deutlich. So oder so würde man von dem Ungeist rechtsextremer Demonstrationen, den Angriffen auf den Strassen oder den aufgrund grassierender Hetze geschlossenen Foren der Zeitungen hören. Zwangsläufig. Sowohl von der Politik als auch von der rot-grünen Community wird geradezu übereifrig darauf hingewiesen. Geht es nach diesem Milieu, genauer dem linksalternativen Bürgertum, dann könnte man es damit schon belassen.

Das ist nichts Neues. Lange, erst recht nach der Zunahme der Fremdenfeindlichkeit in den letzten Jahren, wollte kaum einer über die Integrationsprobleme sprechen. Probleme, von denen eigentlich jeder weiß, das es sie schon so lange gibt. Wie etwa das in allen Städten zu beobachtende, aggressive Gruppenauftreten halbstarker Jungs mit nordafrikanischen, arabischen oder türkischen Migrationshintergrund – wenn auch bisher in kleineren Maßstäben. …

https://le-bohemien.net/2016/01/12/koeln-integration-debatten/

This entry was posted in Bürgerbewegung, Frauen, Freiheit, Gerechtigkeit, Kultur, Männer, Politik, Propaganda, Rassismus, Selbstorganisation, Terror and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply