Gewalt gegen Frauen in Köln: alle Spuren führen nach London

„Es handelt sich nicht um wenige Vergewaltiger, die ihr Opfer abwechselnd mißbrauchen, sondern um Dutzende, ja sogar Hunderte von Männern, die sich auf eine oder mehrere Frauen stürzen, um ihnen die Kleider vom Leib zu reißen, sie anzufassen, mit ihren Fingern in sie einzudringen, sie zu schlagen oder sie zu verletzen.“

– Karel Vereycken

Ein Bericht der Ereignisse in Köln am Silvester? Nein! Die Beschreibung klingt zwar ähnlich, ist aber ein Auszug aus einem Artikel der französischen Tageszeitung Le Monde vom 25. April 2013 über das Phänomen des Taharrush (gewalttätige sexuelle Belästigung) in Ägypten.1 Als die Ägypterinnen und Ägypter 2013 auf dem Tahrir-Platz (Platz der Befreiung) in Kairo demonstrierten, organisierte die von der Muslimbrüderschaft und US-Präsident Obama unterstützte Regierung Mursi dort zahlreiche dieser Taharrush-Angriffe, um zu versuchen, die Protestbewegung zu brechen.

Allerdings ist dieses Verhalten Le Monde zufolge in dem Land dermaßen verbreitet, daß der Verfasser es die „elfte Landplage Ägyptens“ nennt; zugleich erläutert er jedoch, daß diese barbarische Praxis sich zum Teil mit „der zunehmenden Umwandlung der Gesellschaft seit der Mitte der 70er Jahre“ erklären läßt, als Präsident Nassers Erbe aufgegeben wurde:

„Die Ägypter wurden ermuntert, sich im Ausland Arbeit zu suchen. Viele Menschen aus armen Verhältnissen zogen in die Golfstaaten, um anschließend mit verschleierten Ehefrauen, wohlgefüllten Taschen und wahhabitischem Gedankengut zurückzukehren. Diese Neureichen hatten einen um so größeren Einfluß auf die Gesellschaft, als der islamische Aktivismus in die Wohnviertel einzog. Der Staat hatte sich im Zuge völliger wirtschaftlicher Liberalisierung aus Bereichen wie dem Gesundheitswesen zurückgezogen, was es fundamentalistischen Gruppen ermöglichte, seine Stelle einzunehmen – mit beachtlicher finanzieller Unterstützung aus Saudi-Arabien oder Katar.“

Fragen zu Köln

Der Kölner Taharrush erscheint in dieser Perspektive immer weniger als Einzelfall: In Hamburg, Frankfurt, Bielefeld und anderen Städten wurden die gleichen Belästigungen, Beleidigungen, Diebstähle und Vergewaltigungen verzeichnet. Allein in Köln wurden über 500 Anzeigen erstattet, in Hamburg wurden nach zehn Tagen 133 Fälle erfaßt.

Bundesjustizminister Heiko Maas schließt nicht aus, daß die Kölner Angriffe organisiert waren: „Wenn sich eine solche Horde trifft, um Straftaten zu begehen, scheint das in irgendeiner Form geplant worden zu sein. Niemand kann mir erzählen, daß das nicht abgestimmt oder vorbereitet wurde“, erklärte Maas gegenüber der Bild am Sonntag.

Fest steht, daß mindestens einige der Straftäter sich über soziale Medien (Twitter, Facebook) in Köln verabredet hatten und daß einige aus anderen Städten und sogar Nachbarländern wie Belgien und den Niederlanden angereist waren.

Man kann sich Fragen über das Verhalten der deutschen Polizei stellen. Hatte sie, wie die schwedische Polizei, Anweisung, die Ereignisse zu verschweigen, um die Regierungspolitik der massenhaften Aufnahme von Flüchtlingen nicht in Verruf zu bringen? Einiges spricht dafür. Nachdem es zwischen 21 Uhr und 8 Uhr morgens hunderte Fälle sexueller Belästigung und Handydiebstahls gegeben hatte, behauptete die Polizei am Neujahrstag in einer lakonischen Pressemitteilung, Silvester sei wie jedes Jahr fröhlich und ohne größere Zwischenfälle gefeiert worden! Wegen dieser falschen Erklärung mußte dann der Kölner Polizeipräsident den Hut nehmen. Streit gab es auch darum, ob die Polizei erwähnen dürfe, daß die Verdächtigen überwiegend aus dem arabischen oder nordafrikanischen Raum stammen und oft Asylbewerber oder illegale Einwanderer waren.

Erst als ein interner Polizeibericht zur Presse durchsickerte, kam der Skandal in Gang.

Die Empörung, die die Ereignisse auslösten, nachdem sie an die Öffentlichkeit gelangt waren, führte zu einem berechtigten Aufschrei und das wurde unverzüglich von der rechten Szene und der islamfeindlichen populistischen Rechten ausgenutzt, besonders von der Gruppe PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“). Und an der Spitze der PEGIDA-Demonstration am 9. Januar in Köln war ein gewisser Tommy Robinson aus Großbritannien zu sehen, Gründer der English Defense League (EDL) und heute führende Figur bei Pegida UK.

Teile und herrsche

In jahrhundertelanger Kolonialverwaltung hat das Britische Empire gelernt, sich selbst zu erhalten, indem es diejenigen, die sich ihm widersetzen könnten, spaltet und gegeneinander ausspielt. General Frank Kitson entwickelte die Methoden der „Gangs und Countergangs“, um die Herrschaft der Briten in Kenia (in den 1950er Jahren) zu sichern. In Ruanda und Burundi setzte Belgien seinerseits auf ethnische Faktoren und betrieb die Spaltung zwischen Hutus und Tutsis.

So ist auch PEGIDA nichts anderes als eine Schöpfung der Anglo-Amerikaner mit dem Ziel, daß ein Kontinentaleuropa, das die anglo-amerikanische Herrschaft über die Finanzordnung der Welt zunehmend in Frage stellt, sich selbst zerfleischt in einem großen „Kampf der Kulturen“, wie ihn die Neokonservativen Bernard Lewis und Samuel Huntington verkünden. Diese Operation läuft auf zwei Ebenen:

1. ein „salonfähiges Schaufenster“ offizieller politischer Parteien, wie Front National, Geert Wilders’ Partei für die Freiheit in den Niederlanden etc., und

2. härtere Operationen, am Rande der Legalität, an denen Hakenkreuz-Nostalgiker, Fußball-Hooligans und andere Dummköpfe beteiligt sind: ausländerfeindliche Gruppen zur Verteidigung einer nationalen oder regionalen „Identität“, islamfeindliche Rechtsextremisten, PEGIDA, etc.

http://www.solidaritaet.com/neuesol/2016/4/koeln.htm

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