Saudische F-15 in der Türkei: Show oder Wahnsinn?

Das türkische Regime hat bestätigt, dass am heutigen Samstag eine nicht näher bezifferte Anzahl saudischer F-15 Kampfjets auf der Basis Incirlik nicht weit von Syrien stationiert wurde.

– einparteibuch

Von offizieller Seite heißt es, die Jets seien da, um den Kampf gegen ISIS zu unterstützen und Bodentruppen für eine saudisch-türkische Offensive in Syrien könnten folgen. Es fragt sich, warum?

Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Türkei und die Saudis einfach nur eine Show abziehen, um Syrien, die YPG, Iran und Russland einzuschüchtern und sie so davon abhalten wollen, die von ihnen unterstützten Al-Kaida-Terroristen im Raum Aleppo zu eliminieren. Was sie so erreichen können, ist dass sie damit die syrisch-russischen Militärplanungen im Kampf gegen den Terror dadurch verkomplizieren, dass die Planungen aufgrund des türkisch-saudischen Aufmarsches an der Grenze stets ausreichend Kräfte einplanen und vorhalten müssen, um eine saudisch-türkische Aggression zu konfrontieren. Sollte das so sein, könnten die Saudis und die Türkei auch tatsächlich in Syrien vorgeblich gegen ISIS aktiv werden, sich dann aber gezielt so verhalten, dass dabei Spannungen mit der syrischen Regierung und Russland geschürt werden, etwa durch regelmäßiges Verfehlen von ISIS-Zielen, aber gelegentliches “versehentliches” zielgenaues Bombardieren der YPG oder der syrischen Armee zu erreichen wäre. Das wäre nicht viel, was das saudisch-türkische Säbelrasseln erreichen würde, aber es könnte vergleichsweise rational ihrem Ziel dienen, den syrisch-iranisch-russischen Anti-Terror-Kampf nach Möglichkeit soweit zu verlangsamen, dass die Terroristen sich bis zur immer noch denkbaren Wahl eines von der Israel-Lobby gestellten US-Präsidenten halten, der dann eine neue, den Wünschen der israelisch-saudischen Terrorachse genehmere, US-Kriegspolitik gegen Syrien als Barack Obama verfolgen könnte.

Allerdings haben Erdogan und die Saudis schon bewiesen, dass sie, etwa getrieben von Zorn, auch grotesk irrational handeln, und das nicht nur dadurch, dass sie den Terrorkrieg gegen Syrien überhaupt begonnen haben und führen. Im Fall von Erdogan zeigt sich irrationales Handeln beispielsweise auch darin, dass Erdogan einen sinnlosen Krieg gegen die PKK begonnen hat, durch den er es sich nicht nur mit den türkischen Kurden, sondern auch mit den syrischen Kurden als potentiellen Bündnispartner gegen Damaskus verscherzt hat. Im Fall Saudi Arabiens zeigt sich die irrationale Handlungsweise unter anderem auch darin, dass das saudische Regime einen Krieg gegen den Jemen begonnen hat, durch den es nichts anderes erreichen kann als mit Bombenmassakern die jemenitische Bevölkerung von Saudi Arabien zu entfremden.

So ist es also auch nicht auszuschließen, dass Erdogan die türkische Armee durch einen Einmarsch in den syrischen Terrorsumpf verheizt und die Saudis ihre F-15 als Tontauben zum Testen der in Syrien stationierten russischen S-400 Luftabwehrraketen verwenden. Was wäre der Preis dafür? Im Fall der Türkei ist, falls kein Militärputsch Erdogan stoppt, im Fall einer größeren offenen saudisch-türkischen Aggression gegen Syrien ganz sicher mit plötzlich sehr gut bewaffneten Freischärlern der PKK im Südosten der Türkei zu rechnen, was es der türksichen Armee schwer bis unmöglich macht, die Kontrolle über das ganze türkische Territorium zu behalten, und möglicherweise auch, wie der ehemalige türkische Außenminister Yasar Yakis warnt, mit einem Verlust der umstrittenen türkischen Provinz Hatay an Syrien. Im Fall von Saudi Arabien ist im Fall einer größeren saudischen Aggression gegen die syrisch-russische Allianz damit zu rechnen, dass die jemenitische Armee dann plötzlich viel besser – etwa mit leistungsfähigen Luftabwehrsystemen wie sie sonst nur Russland besitzt – bewaffnet sein wird, und die jemenitische Armee gemeinsam mit Houthi- und Hisbollah-Freischärlern dem saudischen Königreich ein Ende bereitet.

Ob die fanatischen Regimes der Türkei und der Saudis dumm genug sind, es darauf ankommen zu lassen, steht zwar noch in den Sternen, doch der russische Regierungschef Medwedew warnte für den Fall, dass sie es probieren, vorsorglich schon einmal vor einem dritten Weltkrieg. Das dürfte etwas unrealistisch sein, denn Obama scheint nicht vorzuhaben, zur Unterstützung von Al Kaida Krieg gegen Russland zu führen, auch dann nicht, wenn ihn die Türkei und Saudi Arabien dazu zwingen wollen. Realistischer erscheint da die Perspektive des iranischen Ölministers, der soeben erklärte, er rechne für das gerade begonnene Jahr mit einem “unerwarteten” Ölpreissprung. Dabei nannte er zwar nicht den Ausbruch von Krieg auf den saudischen Ölfeldern als plausible Ursache, doch das ist angesichts des anhaltenden saudisch-türkischen Säbelrasselns zur Unterstützung von Al Kaida wohl auch nicht nötig. Es kann natürlich auch passieren, dass Neo-Ottoman Erdogan und das saudische Wahhabiten-Rgeime sich trotz ihres Gezeteres letztlich doch einfach in die sich immer deutlicher abzeichnende Niederlage ihrer Proxy-Terroristen in Aleppo, und Syrien, fügen. Vernünftiger wäre das.

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