Uranmunition: Im Irak mehr Geburtsschäden als nach Hiroshima

Der massive Einsatz von Uranmunition bei der Erstürmung des Iraks durch alliierte Truppen hinterließ Spuren. Unzählige Kinder kommen mit schweren gesundheitlichen Defekten zur Welt. Doch Entschädigungen oder Hilfe gibt es keine.

– Marco Maier

Man möchte fast meinen, der Angriff auf den Irak im Zuge des zweiten Irakkriegs hätte schon genozidale Züge angenommen. Nicht nur, dass die Erstürmung des Landes ohnehin schon ein Schlachtfest gewesen ist, bei dem die völlig überlegenen alliierten Streitkräfte, angeführt von den USA, ohne wirklich nennenswerten Widerstand in das Land einfielen – nein, man setzte auch noch die höchst umstrittene Uranmunition ein, die ganze Gebiete radioaktiv verseuchten.

Insgesamt, so offizielle Daten, haben US-Amerikaner und Briten von 2003 an rund 2.000 Tonnen an Uranmunition im Irak verwendet. Diese als “Depleted Uranium” (DU) bekannte Munition strahlt radioaktiv und wurde vor allem in dicht besiedelten irakischen Städten wie Falludscha verwendet. Diese Stadt war zweimal Ziel massiver US-Bombenangriffe im Jahr 2004.

Untersuchungen zufolge häufen sich seit Jahren durch radioaktive Strahlung verursachte Defekte bei irakischen Neugeborenen. Im Dahr Jamail Report von Al Jazeera hieß es: “Kinder die mit zwei Köpfen geboren wurden, Kinder die mit nur einem Auge, vielen Tumoren, entstellten Gesichtern und deformierten Körpern und Problemen mit dem Nervensystem geboren wurden”, seien nur einige der Geburtsschäden irakischer Kinder, die infolge der Verwendung dieser radioaktiven Munition entstanden sind.

Einer Untersuchung zufolge kommen seit den Bombenangriffen 2004 rund 14,7 Prozent der Kinder in Falludscha mit Geburtsschäden zur Welt – das ist rund 14 mal so viel wie die dokumentierte Rate in Hiroshima und Nagasaki, welche im Zweiten Weltkrieg von US-Atombomben getroffen wurden. Auch die Rate von Herzdefekten liegt beispielsweise um 13 mal höher als dies in Europa der Fall ist, die Rate der Defekte beim Nervensystem liegt um das 33-fache Höher als in Europa. Die Zahl der Krebserkrankungen bei Kindern in Falludscha ist seitdem um das Zwölffache angestiegen. …

https://www.contra-magazin.com/2016/03/uranmunition-im-irak-mehr-geburtsschaeden-als-nach-hiroshima/

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