Bundesbank: Bargeld ist das einzig sichere Geld für die Bürger

Zentralbereichsleiters Stefan Hardt von der Deutschen Bundesbank zeigt in seiner Stellungnahme für den Landtag in NRW, dass es keinen sachlichen Grund für eine Obergrenze für Bargeld gibt. Eine solche soll in den kommenden Wochen auf EU-Ebene beschlossen werden.

– DWN

Schriftliche Stellungnahme der Deutschen Bundesbank anlässlich der öffentlichen Anhörung des Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen zu einem Antrag der Fraktion der FDP „Mündige Bürger nicht immer mehr bevormunden und unter Generalverdacht stellen – Keine rigide Höchstgrenze für Zahlungen mit Bar- geld einführen“ (Drucksache 16/9597) sowie zu einem Antrag der Fraktion der PIRA- TEN „Bargeld – Freiheit – Privatsphäre – PUNKT! Keine Obergrenze für Barzahlungen!

– Wehret der schleichenden Abschaffung des Bargelds und einem weiteren Schritt hin zum Überwachungsstaat“ (Drucksache 16/11217, Neudruck):

Die Bundesbank hat einen gesetzlich verankerten Sorgeauftrag für den Zahlungsverkehr und die Zahlungssysteme. In der Wahrnehmung dieser Verantwortung beobachtet sie die aktuellen Überlegungen zu einer Obergrenze für Bargeldtransaktionen und bewertet die vorgebrachten Argumente neutral und nach gesamtwirtschaftlichen Kriterien.

Die Bedeutung des Bargeldes kann durch den Bargeldumlauf gemessen werden, der den Wert des sich im Besitz von Verbrauchern, Unternehmen und Geschäftsbanken befindlichen Bargeldes widerspiegelt. Zum Ende des Jahres 2015 hatten die nationalen Zentralbanken im Euro-Währungsgebiet rund 1.109 Mrd. € an Bargeld (etwa 1.083 Mrd. € in Form von Euro- Banknoten sowie etwa 26 Mrd. € in Form von Euro-Münzen) emittiert.

Der Bargeldumlauf lässt sich einerseits in Transaktionskasse und die Hortung, andererseits in Inlands- und Auslandsnachfrage aufteilen. Die Transaktionskasse umfasst Banknoten, die von Unternehmen und Verbrauchern für die Durchführung von Transaktionen gehalten werden, während Banknoten der Hortung zuzurechnen sind, wenn sie der Wertaufbewahrung dienen. Die Auslandsnachfrage umfasst die Transaktionskasse sowie Hortung außerhalb des Emissionslandes. Bezogen auf den von der Bundesbank emittierten Teil des Euro-Banknotenumlaufs von insg. rund 553 Mrd. € (Stand 31.12.2015) wird geschätzt, dass knapp 10 % für Transaktionszwecke gehalten und 20 % im Inland gehortet werden. Von den verbleibenden 70 % befinden sich schätzungsweise 20 %-Punkte in anderen Ländern der Europäischen Währungsunion und rund 50 %-Punkte in Ländern außerhalb des Euro-Raums.

Bargeld ist das einzige gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland sowie in der Europäischen Währungsunion. Folglich sind Barzahlungen ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens. Rund 80 % aller Bezahlvorgänge an der Ladentheke erfolgen in Deutschland mit Bargeld. …

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2016/05/11/bundesbank-bargeld-ist-das-einzig-sichere-geld-fuer-die-buerger/

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