Mehr Gerechtigkeit wagen!

Ein Großteil der sozialen Ungleichheit ist das Ergebnis politischer Entscheidungen. So kann es nicht weitergehen. Ein neuer solidarischer Gesellschaftsvertrag muss her! Dringend.

– Laurent Joachim

Seit etwa 30 Jahren driften weltweit die Gehälter von Arbeitern und Managern immer schneller auseinander. Deutschland ist hierbei keine Ausnahme. 2014 schrieb das Handelsblatt dazu:

Die Gesamtvergütung der Aufsichtsräte aller 30 Dax-Konzerne ist in den vergangenen zehn Jahren von 41,9 Millionen Euro im Jahr 2004 auf 78,3 Millionen Euro im Jahr 2013 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 87 Prozent, wie eine Zehn-Jahres-Analyse des Gummersbacher Vergütungsexperten Heinz Evers (…) zeigt.

Somit stiegen die Gehälter der Aufsichtsräte wesentlich schneller als die Gehälter der regulären Arbeitnehmer, die im Durchschnitt um nur 21% wuchsen. Der Hartz-IV Regelsatz entwickelte sich übrigens noch zurückhaltender: Zwischen 2005 und 2013 kletterte er um lediglich 10,5 Prozent nach oben. Die Inflation betrug zwischen 2004 und 2013 jedoch etwa 16 Prozent.

Wirtschaftseliten: Die fetten Jahre sind lange noch nicht vorbei

In der Regel orientiert sich die Vergütung der Aufsichtsräte zumindest teilweise am Unternehmensergebnis. Doch auch ein Fixgehalt muss für ein Aufsichtsratsmitglied nicht von Nachteil sein. So konnte Wulf von Schimmelmann, Aufsichtsratschef der Deutschen Post, im Jahr 2014 sein Gehalt gegenüber dem Vorjahr auf nunmehr 326.000 Euro mehr als verdoppeln, nachdem die Beteiligung am kurzfristigen Unternehmenserfolg durch ein Fixum ersetzt wurde. Pikant: Zeitgleich war die Post über ihre Tochterfirma DHL Gegenstand von weniger vorteilhaften Schlagzeilen – wegen einkalkulierter Ausbeutung der Fahrer.

Noch besser als Aufsichtsräte werden Vorstände bezahlt. 2014 verglich das Handelsblatt die Gehälter der DAX-Vorstände mit denen einer Dekade zuvor:

Die Dax-Vorstände verdienen heute rund 150 Millionen Euro mehr als noch vor zehn Jahren – ein Plus von fast 70 Prozent. (…) Im Schnitt kassiert ein Vorstand heute 3,2 Millionen Euro, ein Vorstandsvorsitzender 5,3 Millionen Euro.

In einigen Firmen haben diese Verhältnisse groteske Züge angenommen: 2007 überwies die Deutsche Bank die Rekordsumme von 13,2 Millionen Euro auf das Konto des damaligen Vorstandsvorsitzenden Josef Ackermann. Anfang März 2016 schrieb Der Spiegel unter dem Titel Deutsche Bank zahlt 750 Mitarbeitern Millionengehälter:

Trotz eines Rekordverlusts von 6,8 Milliarden Euro zahlt die Deutsche Bank für das Geschäftsjahr 2015 immer noch üppige Gehälter. Entgegen aller Spar-Rhetorik steigt die Gesamtvergütung (…) Allein 2 Milliarden Euro davon sahnen die rund 2000 Top-Banker ab.

Die Deutsche Bank hat zwar eine Vergütungsobergrenze eingeführt, faktisch aber hat sich wenig geändert: Die Obergrenze liegt derzeit für den neuen Chef bei 12,5 Millionen Euro.

Auch in kleineren Betrieben und öffentlichen Einrichtungen Deutschlands können sich die Bezüge der Geschäftsführer und Vorstände sehen lassen, wie eine Erhebung der Unternehmensberatung Kienbaum es nahelegt: …

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