Geld als Gestaltungsmittel – Der Geldgipfel der GLS Bank

Geld spielt in allen Bereichen unseres Lebens eine Rolle; wirtschaftliches Denken behauptet seinen Allmachtsanspruch auch im Gesundheitssystem, der schulischen und beruflichen Ausbildung oder der Gestaltung sozialer Beziehungen.

– Elena Ball, Domenik Treß

Deshalb ist es nur auf den ersten Blick überraschend, wenn die Tagung der Stiftung der GLS Bank, einer ethischen Genossenschaftsbank, sich nicht nur mit Geld befasst, sondern sich auch mit Qualitätsjournalismus, Freihandelsabkommen, wirtschaftswissenschaftlicher Bildung und neuen Eigentumsformen beschäftigt. Das machte die Veranstaltung auch für die Zeitschrift Oya interessant.

Eine demokratische Gesellschaft braucht transparente und kritische öffentliche Debatten. Qualitätsjournalismus leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag, indem er immer wieder Verdecktes sichtbar macht und den Status quo kritisch hinterfragt. Eine Bank, die den Anspruch hat, die Gesellschaft zu verändern, muss sich deshalb auch damit beschäftigen, wie sich kritischer und konstruktiver Qualitätsjournalismus in einer immer weiter monopolisierten und digitalisierten Medienwelt halten kann. Zwei investigativ arbeitende Journalistengruppen, Correctiv! und Perspective Daliy, stellten sich vor. Correctiv! recherchiert gemeinnützig und stellt die Informationen transparent zur Verfügung. Das innovative Online-Journal Perspective Daily zeigte den Besucherinnen den Unterschied zwischen einer „normal“ und einer konstruktiv vorgebrachten Nachricht. Die eine lähmt, die andere regt an. Und das trotz desselben Inhalts.

Ein weiteres Thema zur kritischen Reflexion unserer Gesellschaft und ihrer Art zu wirtschaften waren die Freihandelsabkommen. TTIP und CETA sind in (fast) aller Munde, die EPAs (Economic Partnership Agreements) dagegen nicht. Von einer Journalistin wurde anschaulich dargestellt, wie diese Freihandelsabkommen zwischen der EU und Afrika der neokolonialen Sicherung von Rohstoffquellen – oder Schwundstoffen – und einem Platz im Welthandel dienen. Der Blick auf die EPAs lenkt den Blick auf unsere Eigenverantwortung. Und letztlich geht es auch hier um Geld.
Was Geld eigentlich ist, nämlich eine soziale Übereinkunft, das ließ sich nicht nur in einem Plenumsvortrag zur Geschichte der Wirtschaft und der Entwicklung des Kapitalismus erfahren, sondern auch in einem Workshop zu digitalen Währungen. Geld hat viele Formen angenommen: Von der Tontafel über Silber, Gold und buntes Papier bis hin zu kryptischen Algorithmen. Letztendlich beruht es aber auf dem Vertrauen zwischen den Menschen, die miteinander in Austausch treten – ansonsten entsteht keine Beziehung, auch keine geschäftliche. Und es hält in Erinnerung, dass Geld ein Mittel zum Zweck ist und kein Zweck an sich. …

http://www.oya-online.de/blog/241-geld_als_gestaltungsmittel_der_geldgipfel_der_gls_bank/view.html

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