Tagesschau: Unseriöse Berichterstattung und Dünkel

ARD-aktuell verschweigt al-Qaida in Aleppo. Für Chefredakteur Gniffke ist Telepolis zunächst “keine seriöse Quelle”, er korrigiert dies aber später

– Thomas Pany

Kann es sein, dass die Tagesschau in einer Komfortzone arbeitet, sozusagen im Himmel des Journalismus, unbelästigt von Einwänden und Fakten, die ihr Bild von der Welt Widersprüchen aussetzen?

Es gibt Anzeichen dafür. Vom Himmel her erreichte uns gestern eine Stellungnahme des Chefredakteurs von ARD-aktuell, Kai Gniffke, in der er Kritikern einer Tagesschau-Sendung “erneut” darauf hinweist, dass der “Online-Dienst ‘Telepolis’ für uns keine relevante seriöse Quelle darstellt”.

UPDATE: Kai Gniffke hat zwischenzeitlich auf eine heute morgen verschickte Telepolis-Frage nach den Gründen, weshalb Telepolis keine relevante, seriöse Quelle darstelle, geantwortet. Auszug aus seiner Antwort:

“Die Formulierung, ‘dass der Online-Dienst “Telepolis” für uns keine relevante, seriöse Quelle darstellt’, ist tatsächlich missverständlich. Telepolis ist durchaus eine ernstzunehmende Quelle. In unserer Stellungnahme wollten wir deutlich machen, dass dieser Online-Dienst nur insoweit keine relevante und seriöse Quelle darstellt, als dass Telepolis als alleinige Quelle für uns eine Berichterstattung rechtfertigt, insbesondere nicht in so unübersichtlichen und schwer nachprüfbaren Regionen wie z.B. Syrien. Diese notwendige Erläuterung ist leider aufgrund der großen Auslastung aufgrund zahlreicher Eingaben unterblieben. Dieses Missverständnis möchten wir bitten zu entschuldigen und möchten ausdrücklich feststellen, dass wir Telepolis weder als unseriös noch als irrelevant einschätzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Kai Gniffke

Da wir auch Seriosität, wie vieles andere Ehrwürdige, nicht unbedingt auf einen hohen Sockel stellen und dort in Ruhe lassen, sind wir solche Einwürfe gewöhnt. Artikel in Telepolis bieten ein großes Spektrum an Meinungen und Auffassungen, darunter finden sich immer auch solche, die überborden, was von anderen als Grenze der Ernsthaftigkeit empfunden wird.

Im konkreten Tagesschau-Fall liegt die Sache aber anders: Es geht nicht um Kommentare, sondern um den Umgang mit Informationen und Quellen. Hier ist Seriosität tatsächlich wichtig. Und hier bietet die mit großem Geld unterstützte und mit einem guten Team besetzte ARD ein kärgliches Bild, dessen Schwächen der Chefredakteur mit Überheblichkeit zu überspielen versucht. “Erneut”, könnte man hinzufügen. …

https://www.heise.de/tp/features/Tagesschau-Unserioese-Berichterstattung-und-Duenkel-3503191.html

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