Deutschlands Stunde der Wahrheit naht: Wie Gladio und NATO die Westintegration absicherten

Während des Kalten Krieges waren die USA in der Wahl ihrer Verbündeten wenig wählerisch. Die Pflege des Feindbildes Sowjetunion half, ihre Hegemonie über Europa zu festigen. Heute ist Bundeskanzlerin Merkel das wichtigste Instrument transatlantischer Eliten.

– Zlatko Percinic

Schlimmer noch. Diese Fusion von Nazis und Geheimdiensten – ja, selbst von Teilen ihrer sonst so unterschiedlichen Ideologien – und die Miteinbeziehung belasteter Alt-Brauner in die Strukturen der NATO führte zu mörderischen Ergebnissen im Rahmen der Operation GLADIO.

Dabei handelte es sich um die NATO-interne Bezeichnung für die konkrete Operation in Italien; in anderen Ländern trugen die Operationen andere Namen, der Einfachheit halber wird in diesem Kontext fortan GLADIO für alle derartigen Stay-Behind-Operationen der Allianz verwendet.

Überall wo die USA und ihre NATO-“Partner” die Gefahr sahen, dass eine dem Kommunismus nahestehende Regierung im Westen demokratisch an die Macht kommen könnte, oder wo ihrer Meinung nach die Gefahr einer sowjetischen Invasion bestehen könnte, stellte die NATO geheime Terrorgruppen oder bildete diese aus.

In den damals sowjetischen Ländern wie der Ukraine, Estland und Litauen reaktivierten sie zu diesem Zweck ehemalige Kollaborateure der Nazis. Die Idee dieser so genannten Stay-Behind-Armeewar es, sich im Falle einer sowjetischen Invasion “überrollen” zu lassen, um später dann Sabotageakte und Terroranschläge gegen die sowjetische Besatzungsmacht zu verüben.

Da eine solche Invasion jedoch nicht stattfand, blieb die Aufgabe dieser GLADIO-Einheiten die permanente “Vorbereitung auf eine Notsituation”. Im Grunde also Däumchendrehen und Selbstbeschäftigung, was natürlich auch reichlich Zeit schuf, um auf krumme Gedanken zu kommen. Finanziert wurde das gesamte Programm geheimdienstlicher und subversiver Aktivitäten, welches Präsident Harry S. Truman durch die Direktive 10/2 institutionalisierte – und das Präsident Dwight D. Eisenhower durch jene mit der Bezeichnung 5412/2 ergänzte bzw. ersetzte -, durch den geheimen Contingency Reserve Fund der CIA.

Dieser Fonds wurde über das CIA-Budget aufgefüllt, welches wiederum selbst dem Budget des Verteidigungsministeriums untersteht. Es unterlag nicht der geringsten Aufsicht oder Kontrolle vonseiten des Kongresses, wie dies ansonsten bei allen anderen Budgets der Fall ist. Die CIA musste lediglich angeben, ob das Geld, das in den Fonds einbezahlt worden war, auch tatsächlich ausgegeben wurde. Aber wieviel einbezahlt wurde, für welchen Zweck oder welche Operationen man das Geld verwendete, musste nicht dargelegt werden. Dass diese Praktik sperrangelweit der Korruption Tür und Tor aufriss, versteht sich eigentlich von selbst.

Was genau mit “Vorbereitung auf Notsituation” gemeint war, wurde zudem entweder nicht explizit schriftlich definiert, oder aber die entsprechenden Dokumente unterliegen weiterhin aus Gründen der nationalen Sicherheit verschiedener NATO-Mitglieder der Geheimhaltung. Erst die schrecklichen Terroranschläge in Italien – 1969 in Mailand, 1974 in Brescia sowie auf den “Italicus Express”-Zug auf dem Weg von Rom nach München und 1980 auf eine Bahnhofwartehalle in Bologna – und die Untersuchung eines unerschrockenen italienischen Staatsanwalts brachten diese dunkle Seite der NATO ans Tageslicht.

Verurteilt und ins Gefängnis gesteckt wurden derweil linke und kommunistische Oppositionspolitiker, denen die Auftraggeber der Terroranschläge die Schuld in die Schuhe geschoben haben. Insgesamt kamen bei diesen Anschlägen 121 unschuldige Menschen ums Leben. Im Zuge der Untersuchungen zu den GLADIO-Anschlägen “entdeckte” der Staatsanwaltschaft den Mann, der die Bomben gelegt hatte: Vincenzo Vinciguerra. In einem Interview 1992 sagte der dem neofaschistischen Spektrum zuzurechnende Aktivist, warum diese Terroranschläge durchgeführt wurden:

Der Grund war ganz einfach. Sie [die Anschläge, Anm.] waren dazu gedacht, sie, die italienische Öffentlichkeit, dazu zu bringen, sich an den Staat zu wenden und nach mehr Sicherheit zu fordern. […] Sie [die Auftraggeber, Anm.] nennen es “Strategie der Spannung”. Das ist die politische Logik, die hinter all diesen Massakern und Anschlägen liegt, welche ungesühnt blieben, weil der Staat sich ja nicht selbst verurteilen kann oder die Verantwortung dafür übernehmen kann, was passiert ist.

Auch in Deutschland wurde am 26. September 1980 ein Bombenanschlag verübt. Beim Terror auf dem Oktoberfest in München kamen 13 Besucher ums Leben, darunter auch Kleinkinder. Schnell wurde der bei dem Anschlag selbst ums Leben gekommene Rechtsextremist Gundolf Köhler als “Einzeltäter” dargestellt. Diese These wurde später immer wieder in Zweifel gezogen. Die explosive Aussage des Historikers Andreas Kramer aus Duisburg im Jahr 2013, welche dieser unter Eid vor einem Kriminalgericht in Luxemburg aus Anlass der dortigen Untersuchungen zu insgesamt 18 Bombenanschlägen gemacht hat, hat bis heute keine Reaktion vonseiten der deutschen Regierung gezeitigt. …

https://deutsch.rt.com/meinung/43610-deutschlands-stunde-wahrheit-naht-wie/

 

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