Ressourcenfluch

Der Journalist Tom Burgis zeigt, wieso Afrika der Reichtum an Bodenschätzen zum Verhängnis wird

– Jan Pfaff

Bei der Berichterstattung über Afrika kann man grob zwei Linien unterscheiden. Da ist zum einen das vertraute, oft als zu klischeehaft kritisierte Bild des bettelarmen Kontinents, der von Hunger, Gewaltexzessen und Despoten geplagt wird. Und für den dieses Schicksal bis in alle Ewigkeit festgeschrieben scheint. Demgegenüber steht eine Beschreibung, die die Probleme nicht verschweigen will, aber doch die Veränderungen der vergangenen Jahre betont. Etwa die Entstehung einer selbstbewussten Mittelschicht, die neue Ansprüche an politische Eliten und einen funktionierenden Staat stellt. Oder die umwälzende Bedeutung, die Mobilfunknetze und Digitalisierung für einen Kontinent haben, dessen riesige Distanzen immer auch ein Entwicklungshemmnis waren.

Afrika mit seinen 54 Ländern, die bei allen Unterschieden doch einiges gemeinsam haben, stehe kurz vor seinem Durchbruch, heißt es in dieser Erzählung oft. Die Mehrheit der afrikanischen Staaten werde bald zu den wichtigsten Schwellenländern aufschließen und die Armut hinter sich lassen. Der britische Journalist Tom Burgis würde sich diesen Hoffnungen wohl gern anschließen – allein, sein Blick ist ein anderer, ein weitgehend desillusionierter.

Kollision der Interessen

Wobei er die Gründe dafür, und das macht sein gerade auf Deutsch erschienenes Buch Der Fluch des Reichtums besonders lesenswert, nicht allein in Afrika sucht. Vielmehr dröselt er das internationale Geflecht von Spekulanten, Großkonzernen, Schmugglern und Warlords auf, in dem Interessen von Hedgefonds und multinationalen Konzernen mit denen chinesischer Geschäftsleute kollidieren, während Politiker vor Ort die einen gegen die anderen ausspielen. …

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