Darum rettet Putin Erdogan

Die Welt wird neu geordnet. Es geht um die permanente Verdrängung des Westlichen Imperiums aus Eurasien zur Verwirklichung der mit China geplanten Seidenstraße.

– Diogenes Lampe

Eurasien und die Kurdenfrage

1. Teil

Wichtige Vorbemerkung!

Der in meiner Analyse zu bearbeitende Stoff ist zu umfangreich, um ihn in einen einzigen Artikel zu pressen. Ich werde mich der Kurdenfrage daher mit Einzelanalysen nähern, die sie zwar manchmal nur am Rande zu berühren scheinen; am Ende soll dem Leser jedoch ein etwas komplexeres Gesamtbild geboten werden, als die Mainstreammedien es uns bisher geliefert haben. Dass ein solches trotzdem so unvollständig bleiben muss, wie es fehlerhaft sein kann, versteht sich von selbst. Es ist halt meine Sicht der Dinge und ja schließlich auch nur ein Diskussionsbeitrag, angeregt durch meine Leser.

Ich muss allerdings, um meine Analyse nicht unnötig ausufern zu lassen, um Verständnis darum bitten, dass ich im Folgenden die Lektüre meiner früheren Texte zur Türkei und Erdogan voraussetze. Dazu meinen Artikel: Das westliche Imperium wankt.

Putin und Erdogan – wahrlich kein Liebesbund

Putins Strategie, die vom CIA angeführte arabische Sunna zu neutralisieren und von weiteren Kämpfen gegen die arabische und persische Schia abzuhalten, offenbart sich in seinem klugen Vorgehen, zunächst Katar, den Konkurrenten Saudi-Arabiens wirtschaftlich über eine erhebliche Beteiligung an Rosneft aus dem islamistischen Bündnis des Imperiums und dessen Pipelineträume herauszubrechen. Gleichzeitig nutzt er die inzwischen außerordentlich perekäre Lage Erdogans aus. Der vom kemalistisch unterstützten CIA-Putsch getriebene türkische Präsident war nämlich im Syrienkrieg bis dahin ein enger NATO- und Bündnispartner der Saudis, die wiederum gerade von Russland und Iran im Jemensumpf versenkt werden.

Erdogan hat mit seinem jetzt erheblich von den Anhängern Gülens und den Kemalisten gesäuberten und somit auch sich selbst teilenthauptet habenen türkischen Militär keine militärischen Optionen mehr, die Neuaufteilung des Nahen und Mittleren Ostens im Sinne der Moslembruderschaft bzw. eines sunnitischen Kalifats mitzubestimmen. Beeinflussen kann er sie sehr wohl noch. Über seine pantürkisch-panturanischen Netzwerke, die weit in den Balkan, den russischen und chinesischen Raum und deren Einflusszonen hineinreichen.

Das weiß auch Putin. Schützt er Erdogan und leistet dem von den Furien Verfolgten verdeckte Militärhilfe, könnte dieser jedoch im Gegenzug dafür sorgen, dass die unterschiedlichsten, vom Westen unterstützten sunnitischen Terrorgruppen, die für das Westimperium in Russland und an seinen südlichen Rändern Unruhe stiften sollen, nun nicht mehr von Erdogan heimlich unterstützt – sondern sogar bekämpft werden, was auch Putin mehr Ruhe ins eigene Land bringt. Aber das ist nur ein Nebenaspekt, so wichtig er ist.

Denn hier geht es eben nicht einfach um geopolitisches oder innenpolitisches oder militärisches Kalkül. Das ist immer nur die Denkweise des Imperiums, weshalb es auch an sich selbst scheitern musste. Und noch immer scheint es auch die Denkweise des verhinderten Pantürken Erdogan zu sein. Nein, hier geht es um eine hochsensible Politik (zu der weder die USA oder NATO, geschweige EU und ihr römischer und Brüssler Vatikan fähig sind), die angesichts der unlösbar scheinenden, oft schon jahrhundertelangen Konflikte langfristig pragmatisch auf Versöhnung und Völkerverständigung ausgerichtet sein muss, soll das hochkomplexe Seidenstraßenprojekt funktionieren. …

http://www.geolitico.de/2017/01/24/darum-rettet-putin-erdogan/

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