Axel Springer-Chef kritisiert Fake News-Zensur in Deutschland scharf: “Schlimmer als Orwell”

Die geplanten Zensurmaßnahmen von Facebook im Zuge der Fake News-Debatte führen zu wachsender Kritik. Auch Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender des Axel Springer-Verlages, geht nun auf Distanz zu Correctiv und Co. Das Rechercheprojekt versteigt sich seinerseits in wilde Verschwörungstheorien.

– RT Deutsch

Deutliche Ablehnung äußert der Vorsitzende des Axel Springer-Verlages, Mathias Döpfner, im Interview mit der Presseagentur dpa hinsichtlich der geplanten Zensur-Infrastruktur auf Facebook und der Ankündigung der Bundesregierung, ebenfalls gegen sogenannte Fake News vorgehen zu wollen.

Ich rate zu mehr Ruhe und finde es falsch, dass professionelle Medien jetzt sozialen Medien helfen sollen, Fake News zu identifizieren und Fakten zu checken.

Und weiter: „George Orwell war harmlos dagegen. Ich habe den Eindruck, dass gerade ein paar Grundprinzipien freiheitlicher Gesellschaftsordnung mit Füßen getreten werden“, so Döpfner. Ohnehin seien „Fake News“ kein neues Phänomen. Schon seit Jahrhunderten tauschten Menschen auf Marktplätzen oder in Kneipen Gerüchte aus. Mit dem Aufkommen Sozialer Medien wie Facebook sei das Problem allenfalls offensichtlicher geworden. Damals wie heute gelte jedoch, dass Journalisten die eigentlichen „Fact Checker“ seien.

Empört zeigt sich Döpfner auch über das Vorhaben seitens Facebook, die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF beim Kampf gegen Fake News ins Boot zu holen. Der Versuch „Gebührengelder zu missbrauchen“, um die Glaubwürdigkeitskrise des Silicon Valley-Konzerns zu lösen, mache ihn sprachlos.

Döpfner, der neben seiner Führungsrolle im Hause Axel Springer auch als Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger fungiert, ist mit Blick auf die Berichterstattung zum Brexit und dem neuen US-Präsidenten Donald Trump überdies durchaus auch zur Selbstkritik fähig:

Vielleicht haben wir auch durch weltfremde Political Correctness Vertrauen eingebüßt.

Den offenkundig wachsenden Graben zwischen politischen und medialen Eliten auf der einen und der Bevölkerung auf der anderen Seite will Döpfner künftig ernster nehmen. Einiges klingt dabei wie eine Generalabrechnung mit dem herrschenden Mainstream und wirkt in Zeiten von Kontaktschuldprinzip und Redeverboten durchaus überraschend:

Ein guter Journalist redet mit jedem, auch mit halbseidenen Figuren, zur Not auch mit Verbrechern und Diktatoren, aber hält bei allen, selbst bei Idealisten und Weltverbesserern, den nötigen Abstand. Und dieser Abstand ist in einigen Fällen immer geringer geworden.

Bis zum sogenannten Recherchebüro Correctiv oder gar zu Facebook scheinen Döpfners Worte jedoch noch nicht durchgedrungen zu sein. …

https://deutsch.rt.com/inland/46064-schlimmer-als-orwell-axel-springer-fakenews/

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