Eine „Karte“ die zeigt, wie hoffnungslos es um das Selbstbild der Medienmacher bestellt ist

Gestern ging eine „Karte“ wie ein Lauffeuer durch die sozialen Netzwerke. Ein leidlich bekannter Think Tank namens „Polisphere“ hat versucht, bekannte deutsche Medien anhand deren politischer Ausrichtung und Komplexität in einer Karte zu verorten.

– Jens Berger

„Verlässliche Nachrichtenquelle“ sind demnach nur ARD und ZDF, sowie das Handelsblatt und natürlich der Tagesspiegel, bei dem die Verantwortliche für diese Grafik bis vor kurzem in Lohn und Brot stand. Die NachDenkSeiten liefern indes nur „Basisinformationen“, haben „fragwürdige“, da „linke“, Werte und neigen zu „linken Verschwörungstheorien“ und „Fake News“. Das Nonplusultra in Sachen Komplexität sind dieser Grafik nach indes der Cicero und die rechten Blogs „Achgut“ sowie „Tichys Einblick“. Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich. Ist das wirklich ernst gemeint? Wie dem auch sei. Das Ergebnis sagt ganz offensichtlich kaum etwas über die eingeordneten Medien, dafür aber sehr viel über die Erstellerin der Grafik und das Selbstverständnis der Medien- und Meinungsmacher.

Die Probleme mit der Polisphere-Grafik fangen bereits bei der Skalierung an. Auf der X-Achse haben die Macher der Grafik die untersuchten Medien anhand der klassischen „politischen Gesäßgeographie“ von links nach rechts darstellt. Das ist natürlich unterkomplex und in Einzelfällen auch nicht eben plausibel – warum steht „RT Deutsch“ beispielsweise rechts außen und warum ist das Gros der „Mainstream-Medien“ in der politischen Mitte verortet, obgleich deren eigentliche Ausrichtung doch eher gemäßigt rechts ist? Und was bitteschön ist am SPIEGEL und SPIEGEL Online „tendenziell links“? Fragen über Fragen, auf die es wohl keine Antworten geben wird.

Schwerwiegender ist jedoch, dass die Autoren es nicht bei einer neutralen Skalierung belassen, sondern die Skala in Gruppen einordnen und mit einer klaren Bewertung versehen. Demnach stellt nur die Mitte, in der Grafik als „Mainstream“ bezeichnet, „seriösen Journalismus“ dar. Bereits leichte Abweichungen nach links oder rechts gelten als Makel, klarere Positionierungen bereits als „Mission“, die mit dem Zusatz „fragwürdige journalistische Werte“ versehen wird. Wer noch weiter an den Rändern verortet wird, bekommt gleich das Label „Verschwörungstheorien & Fake News“ verpasst. Die Botschaft klar: Die Mitte ist gut und seriös, alles, was nach rechts oder links abweicht, ist unseriös – je weiter von der Mitte entfernt, desto unseriöser. Nur keine Kritik an der gegenwärtigen Politik. …

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37120


#FakeNews

This entry was posted in Bildung, Bürgerbewegung, Geldsystem, Politik, Propaganda and tagged , , , . Bookmark the permalink.

Leave a Reply