Dann muss ich halt wieder ins Gefängnis.

Jakob Buhre interviewt Heinrich Dück

Der Rundfunkbeitrag steht immer wieder in der Kritik, die Zahl der Mahn- und Vollstreckungsverfahren liegt im Millionenbereich. Heinrich Dück boykottiert die Gebühr komplett, kam dafür ins Gefängnis – und nach wenigen Tagen wieder frei. Hier erzählt er von seiner Haft, der überraschenden Freilassung und er erklärt wo seine Probleme mit den Öffentlich-Rechtlichen liegen und warum er einen vom Bürger finanzierten Rundfunk befürwortet.

Heinrich, erzähl bitte zu Beginn, wie das angefangen hat, mit dir und der Rundfunkgebühr.
Heinrich Dück: Das Ganze begann 2013, als ich von zu Hause ausgezogen bin.

Also im Jahr der Umstellung von GEZ auf Rundfunkbeitrag.
Dück: Genau. Im Januar 2013 wurde es geändert und nach ein paar Monaten bekam ich die ersten Briefe, dass ich die Haushaltsabgabe bezahlen soll.

Hast du?
Dück: Nein, zu keinem Zeitpunkt. Ich hatte damals keinen Fernseher zuhause, nur einen Rechner. Aber die gehen ja davon aus, dass man mit dem Rechner die Öffentlich-Rechtlichen (ÖR) guckt oder auf deren Websites geht. Die Briefe habe ich ignoriert.

Also kamen Mahnbriefe.
Dück: Ja, in der Zeit bin ich auch einmal nach Hause zurückgezogen und von dort in eine andere Wohnung.

Und die Altschulden?
Dück: Als ich dann die Briefe an meine neue Adresse bekam, waren die Altschulden dort auch aufgeführt. Am Ende gingen meine Schulden hoch auf 695 Euro.

Wurde dein Konto mal deswegen gepfändet?
Dück: Nein. Mein Konto hat auch keinen Pfändungsschutz.

Wie ging es weiter?
Dück: Ich bekam Post vom Gerichtsvollzieher, der mich aufforderte, am 20. April 2016 zu ihm zu kommen. Zu dem Termin bin ich nicht erschienen, weil mir klar war, was ich dort machen sollte. Im Juli 2016 kündigte er dann an, dass er zu mir nach hause kommt, damit ich die Vollstreckung unterschreibe, also eine eidesstattliche Erklärung, dass ich bei der Stadt einen Kredit aufnehme, um die Schulden in Raten abzuzahlen. Am 10. November hat mich der Gerichtsvollzieher dann zuhause angetroffen. Er sagte, es gibt jetzt drei Möglichkeiten: Entweder Sie bezahlen jetzt, Sie unterschreiben die eidesstattliche Erklärung oder Sie gehen ins Gefängnis.

Du hast dich dann also für Gefängnis entschieden.
Dück: Ja. Ich werde das nicht unterschreiben, weil ich mit der derzeitigen Form der Haushaltsabgabe nicht einverstanden bin. Ich habe nichts unterschrieben und habe nichts getan, dass ich so eine Gebühr verdient habe. Ich werde es nicht unterschreiben und nicht bezahlen. Und wenn Gefängnis die einzige Möglichkeit ist, das abzulehnen, dann mache ich das.
Der Gerichtsvollzieher hat dann die Polizei angerufen, die kam nach 20 Minuten, ich habe keinen Widerstand geleistet und brauchte auch keine Handschellen. Wir sind dann zuerst in die JVA Siegburg gefahren. …

 http://www.planet-interview.de/interviews/heinrich-dueck/49582/

#GEZ

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