Vom Friedensforscher zum Verschwörer: Daniele Ganser und die Medien

Furchtbar, diese Häretiker! Sie kritisieren einfach die bestehenden Verhältnisse, insistieren auf deren Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit. Damit treten sie jenen auf die Füße, die nicht gewohnt sind, dass man sie infrage stellt. Der Politik, der NATO, der allgegenwärtigen neoliberalen Ideologie und ihren Apologeten. Einer, der sich nicht verbiegen lässt, sondern sagt, was er erkannt hat und für die Wahrheit hält, ist der Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser, der zurzeit massiven Anfeindungen seitens der journalistischen Zunft ausgesetzt ist. Jens Wernicke sprach mit ihm zur Rolle der Medien im Kampf um die Wahrheit und eine bessere Welt.

Herr Ganser, seit Erscheinen Ihres letzten Buches sind Sie medial wieder sehr präsent. Zuletzt gab man Ihnen im Schweizer Fernsehen sogar die Gelegenheit, Ihre Analyse und Einschätzung zur Lage zu verbreiten. Wie behandeln die Medien Sie? Was bewirken Ihre Forschung und Ihre Kritik?

Das stimmt, ich erhalte derzeit sehr viele Anfragen von den Medien und gebe immer wieder Interviews. Dies vermutlich, weil mein neues Buch „Illegale Kriege: Wie die NATO Länder die UNO sabotieren“ seit Oktober 2016 auf dem Markt ist und beim Publikum und auch bei verschiedenen Journalisten auf großes Interesse gestoßen ist. Das Buch ist inzwischen schon in der fünften Auflage, und das in nur sechs Monaten. Das hätte ich nicht erwartet, es freut mich natürlich und ich danke allen Leserinnen und Lesern für ihr Interesse.

Im Buch mache ich auf der Basis meiner historischen Forschung klare Aussagen. Ich erkläre, dass die USA das Imperium sind; dass die USA zudem keine Demokratie mehr sind, sondern eine Oligarchie, eine Herrschaft der wenigen Reichen. Ich zeige, dass die NATO kein Verteidigungsbündnis, sondern ein Angriffsbündnis ist. Ich lege konkret dar, dass die Angriffskriege gegen Syrien, Irak, Libyen, Afghanistan, Jemen, Serbien, Nicaragua, Vietnam, Kuba, Ägypten und die Putsche in Guatemala, Iran und der Ukraine illegal waren, weil es kein UNO-Mandat gab.

Diese klaren und im Buch sehr genau belegten Aussagen haben sowohl Lob wie auch Kritik erzeugt. Soll heißen, einige Medien haben mich angegriffen, andere haben mich unterstützt, das erlebe ich seit Erscheinen meines Buches ganz konkret.

Medien, die „unterstützen“, und Medien, die „angreifen“? Das klingt ja nicht gerade nach Unparteilichkeit. Was erleben Sie konkret?

Zum einen: Große Unterstützung für meine Friedensforschung und auch für meine Kritik an den NATO-Kriegen und am US-Imperium. Diese kommt vor allem in der Form von Interviews und Buchbesprechungen vor allem von den kleineren, alternativen Medien, darunter Hintergrund, NachDenkSeiten, KenFM, Free21, Neue Rheinische Zeitung, Zeitpunkt, Der Europäer, Friedensjournal, Luzerner Zeitung, Infosperber und anderen. Bei den Unterstützern fällt auf, dass der Ton immer sehr sachlich und ruhig war und ich korrekt als Historiker und Friedensforscher bezeichnet wurde.

Ganz anders war es bei jenen Medien, die mich nach der Publikation meines Buches angegriffen haben und hierbei jeweils den VT-Frame einsetzen, also gezielt die Begriffe „Verschwörungstheorie“ oder „Verschwörungstheoretiker“ in den Text oder das entsprechende Video eingearbeitet haben, um meine Kritik am US-Imperium und am NATO-Angriffsbündnis als unsinnig und unbegründet darzustellen.

Am auffallendsten war diese Art des „Umgangs“ sicherlich in den Sendungen „Einstein“ vom Januar und in der „Arena“ vom Februar dieses Jahres, beide ausgestrahlt im Schweizer Fernsehen SRF. Dort wurde ich so offensichtlich mit unfairen Methoden angegriffen, vor allem mit dem VT-Frame, dass die SRF-Ombudsstelle inzwischen fast 500 Beanstandungen erhalten hat. Das sind mehr als je zuvor in der Geschichte.

Und auch in den etablierten Print-Medien wurde ich seit Erscheinen des Buches wiederholt mit dem VT-Frame diffamiert. Diffamierende Texte zu mir und meinem neuen Buch publizierten etwa die WOZ, das Tages-Anzeiger Magazin, die FAZ in Deutschland und der Kurier in Österreich. …

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37585

#DanieleGanser II #Nato

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