Kanonenkuchen und Panzertorten

Propaganda bezweckt hierzulande hauptsächlich Akzeptanz für die Militarisierung der Politik und für deren Hegemonialstreben (Narrativ: »… mehr Verantwortung in der Welt übernehmen«).

– Volker Bräutigam & Friedhelm Klinghammer

Sie dient auch der Verkleisterung von Klassengegensätzen und der Verschleierung antidemokratischer Strukturen unserer Gesellschaft (z. B. das Sanktionsregime in der Sozialgesetzgebung), der Verharmlosung rechtsnihilistischer Tendenzen (inzwischen gewohnheitsmäßiger Völkerrechtsbruch bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr, Beispiele: Jugoslawien, aktuell Syrien und Irak).

Propaganda ist Alltagsrealität in den Nachrichtensendungen der korporierten Medien. Auch und gerade ARD-aktuell produziert und pflegt propagandistische Feindbilder (Islamophobie, Russophobie). Ihre Propaganda ist typisch, und sie hat eine wesentlich ältere antirussische Geschichte als beispielsweise der US-Helotenverein „Atlantikbrücke“, in dessen Intension sie heute überwiegend liegt. Diese antirussische Tradition reicht zurück in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts, in die Ära der Oktoberrevolution. Das ist an dieser Stelle anzumerken, denn wir betrachten hier eine kleine Spezialität: die russische Bezugnahme auf eine intrigante Aktion des deutschen Militärs in Russland im letzten Jahr des Ersten Weltkriegs – und wie das gedenkfeiernde Russland von heute in unserer Tagesschau deswegen diffamierend missinterpretiert wurde.

Im Zuge eines Waffenstillstands hatte die kaiserliche deutsche Generalität Lenin ein reichlich ultimatives Friedensangebot gemacht, aber am 23. Februar 1918 überraschend trotzdem wieder die russischen Stellungen angegriffen. Das Gedenken an diese historische deutsche Heimtücke verlor im Laufe der Zeit an militaristischem Gehalt und nahm Volksfestcharakter an. Die Russen begehen ihren „Tag der Vaterlandsverteidiger“ heute so, wie bei uns in Deutschland der „Vatertag“ begangen wird: mit reichlich Alkohol und viel demonstrativer Lebensfreude.

Seit 1993 ist der 23. Februar in Russland offizieller Feiertag. Eine Konditormeisterin nahm ihn zum Anlass, Artilleriegeschütze und allerlei anderes Kriegsgerät in Kuchenform herzustellen und Törtchen anzubieten, die Panzer darstellten. Ein anachronistischer Ulk, „in echt“ gab es 1918 solche Panzer schließlich noch nicht – und über ästhetischen Geschmack lässt sich bekanntlich ohnehin nicht streiten.

Für die Berichterstattung aus Russland ist in der ARD der Westdeutsche Rundfunk zuständig. Er unterhält ein prächtig besetztes Korrespondentenbüro in Moskau. Es verfügte einst in personis Fritz Pleitgen, Lutz Lehmann und Gabriele Krone-Schmalz über vorzügliche und integre Journalisten. Eine prinzipiell antirussisch-propagandistische Ausrichtung wurde erst mit Korrespondenten vom Schlage Thomas Roth, Udo Lielischkies, Golineh Atai und Birgit Virnich erreicht und überdeutlich manifest. …

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