“Mitten im Informationskrieg”: Daniele Ganser über Medien, 9/11 und das US-Imperium

Nach Ansicht von Daniele Ganser befinden wir uns mitten in einem Informationskrieg. Die Terroranschläge vom 11. September 2001 spielen dabei eine Schlüsselrolle. RT Deutsch im Gespräch mit dem Schweizer Historiker, Friedensforscher und Publizisten.

Herr Ganser, in Ihrem Beitrag “Vorsicht, Verschwörungstheorie!” des jüngst von Jens Wernicke herausgegebenen Buches “Lügen die Medien?” sprechen Sie davon, dass wir uns in einem Informationskrieg befinden. Was verstehen Sie darunter?

Es ist tatsächlich so, dass wir uns heutzutage ganz klar in einem Informationskrieg befinden. Hierbei geht es um das Konzept der Deutungshoheit, also wer das Recht hat, zu bestimmen, wie dieser oder jener Krieg zu interpretieren ist. Als konkretes Beispiel kann man den Irak-Krieg der USA aus dem Jahr 2003 nehmen.

Der Friedens- und Konfliktforscher Dr. Daniele Ganser hält den Bundeswehreinsatz in Syrien für illegal.

Um die eigene Bevölkerung zu überzeugen, dass dieser Krieg notwendig ist, hat die US-Regierung unter Präsident George W. Bush einen Informationskrieg geführt und behauptet, der irakische Machthaber Saddam Hussein habe etwas mit den Anschlägen vom 11. September 2001 zu tun. Was nachweislich nicht stimmt. Zudem wurde gesagt, er besitze Massenvernichtungswaffen. Auch das war eine Lüge.

In einem Informationskrieg ist oftmals die Heimatbevölkerung die Zielgruppe, die mittels Lügen dazu gebracht werden soll, einen von ihrer Regierung geplanten Krieg zu unterstützen.

Hat das Methode oder war das eine Besonderheit der Bush-Regierung?

Nein, das war eigentlich schon immer so. Man hat in der Geschichte immer wieder gesehen, dass Regierungen versuchen, die eigene Bevölkerung an der so genannten Heimatfront hinter sich zu scharen, wenn man in einen Krieg zieht. Das war bei den Kriegen des “Dritten Reiches” genau so der Fall wie bei den Kolonialkriegen der Franzosen und Briten. Es ist ein altes Muster.

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So verhielt es sich auch beim Angriff der USA auf Vietnam im Jahr 1964. Damals wussten viele Menschen gar nicht, wo Vietnam liegt. Dann hat US-Präsident Johnson gesagt, wir müssen gegen Vietnam Krieg führen. Das war aber der einheimischen Bevölkerung nur schwer zu verkaufen. Da hat man dann auch auf einen Informationskrieg gesetzt. Konkret hat die US-Regierung behauptet, ein amerikanisches Kriegsschiff mit dem Namen Madoxx sei im Golf von Tonkin von den Vietnamesen angegriffen worden – woraufhin man sich wehren müsse.

Von 1964 bis 1975 haben die USA dann Vietnam bombardiert, was zu drei Millionen Toten geführt hat. Heute wissen wir, dass es diesen Angriff auf die Madoxx nicht gegeben hat, es war eine Lüge. Das ist ja jetzt schon lange her, der Informationskrieg ist also kein neues Phänomen – und wird nicht nur von den Amerikanern, sondern von vielen Regierungen genutzt. …

https://deutsch.rt.com/gesellschaft/56936-daniele-ganser-ueber-informationskriege-911-us-imperium/

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