Warum es in Syrien keinen Frieden gibt – Der Yinon Plan ​

Ein Artikel von Gerhard Wisnewski, aus dem Buch: „Verheimlicht, Vertuscht, Vergessen – 2016“
Erstveröffentlicht bei homment.com.

Warum darf es im Nahen Osten einfach keinen Frieden und keine Einigung zwischen Israelis und Palästinensern geben?
Nun, erstaunlicherweise führt uns die Antwort auf diese Frage auch zu einer weiteren Ursache der Migrantenwelle in Europa.

Wie manchem sicherlich bekannt ist, besteht die Wahrheit mitunter aus Schichten. So ist der Migrantenstrom in Europa ein wichtiger Bestandteil globaler Strategien (siehe Hooton-Plan, Kalergi-Plan, Barnett-Plan). Aber nicht nur am Zielort, auch am Ausgangsort dieser Welle wird ein Zweck verfolgt – in diesem Fall die Entvölkerung der betreffenden Länder. An anderer Stelle war bereits von der schädlichen Ausreisewelle aus der DDR die Rede. Man kann sich leicht vorstellen, dass eine Abwanderung von Millionen Arbeitskräften verheerende Folgen für das betreffende Land haben kann, im Falle der Migrationswelle zum Beispiel für Syrien und den Irak. Dieser Aderlass trägt natürlich auch zur militärischen und wirtschaftlichen Schwächung dieser Länder bei.

Vom Euphrat bis zum Nil

Aber das ist noch nicht der eigentliche Plan. Dieser steht vielmehr im Alten Testament geschrieben, und zwar im 1. Buch Mose, Kapitel 15, Vers 18: „An dem Tage schloss der HERR einen Bund mit Abraham und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat.“ Anschließend werden noch die dort beheimateten Völker oder Stämme aufgezählt.

Dieses den Juden in der Bibel versprochene Land liegt also mitten in dem von den USA geschaffenen nordafrikanischen „Krisengürtel“ zwischen Euphrat und Nil. Interessanterweise ist das eine ziemlich genaue Beschreibung der heutigen Kriegs- und Krisengebiete in der israelischen Nachbarschaft. Sieht man sich eine Karte an, gehören dazu die größten Teile Syriens und des Irak bis hinunter zur Euphrat-Mündung in den Schatt al-Arab, also Gebiete zweier Länder, die von den USA in den vergangenen Jahren an erster Stelle zerbombt wurden.

Ein weiterer Anrainer des Schatt al-Arab ist der Iran. Ferner gehören der Libanon, Jordanien sowie große Teile Saudi-Arabiens und Ägyptens zu dem verheißenen Gebiet. Und natürlich das heutige Israel, das Westjordanland und der Gazastreifen.

Mit anderen Worten, wir reden hier von „Großisrael“ oder „Eretz Israel“. Dieses riesige Land spukt bis heute in den Köpfen fundamentalistischer und orthodoxer Juden herum. Sie bestehen auf diesem „Geschenk Gottes“ und betrachten jedes Nachgeben und jeden Rückzug als reinsten Frevel. Sie sehen also große Teile Syriens, des Irak, Saudi-Arabiens und Ägyptens als ihr gottgegebenes Eigentum an. Und das ist kein Spaß und auch keine Spinnerei, sondern blutiger Ernst.

Tatsächlich waren ja auch bereits Ägypten und Saudi-Arabien (das bis jetzt zu den Verbündeten der USA zählt) Ziel von Destabilisierungs-Maßnahmen. So wurde Ägypten der Muslimbruderschaft durch einen Militärputsch wieder abgenommen und sein legal gewählter Präsident gestürzt und eingesperrt. Mit den Muslimen an der Spitze des Landes wäre es schließlich niemals möglich gewesen, einen Teil Ägyptens einem Großisrael einzuverleiben. Ägypten hat sich als Militärdiktatur wieder einigermaßen stabilisiert (vorübergehend, darf man hinzufügen); Saudi-Arabien und Jordanien zählen ebenfalls noch zu den westlichen Verbündeten.

Auch in Saudi-Arabien hat es jedoch bereits erste Unruhen und Umsturzversuche gegeben. Seit geraumer Zeit ist das Land auch Ziel westlicher Medienpropaganda. Zwar wurden auch Länder destabilisiert und zerstört, die nicht im Bereich Großisrael liegen, wie zum Beispiel Libyen. Das liegt jedoch daran, dass Libyen als regionale Macht und Entwicklungskraft einfach zu stark geworden war. Außerdem wollte Libyens Staatsoberhaupt Gaddafi eine vom Dollar abgekoppelte Währung einführen, welche durch die Ressourcen des afrikanischen Kontinents gedeckt gewesen wäre. Wenn man ein Gebiet zerstören und später unter anderen Vorzeichen wieder aufbauen will, kann man keine starken Nachbarn gebrauchen, die womöglich andere Pläne haben und andere Impulse setzen. Großisrael muss das Machtzentrum im Nahen Osten werden und kann deshalb keine anderen Zentren neben sich dulden.

Warum Assad weg muss

Und die Frage ist ja auch: Weshalb muss eigentlich der syrische „Diktator“ Assad unbedingt weg? Warum ist da kein Kompromiss möglich? Und warum ist auch kein Kompromiss mit den Palästinensern möglich? Antwort: Weil dies, wenn man dem Gedanken eines „Großisrael“ anhängt, nun einmal israelische Gebiete sind. Oder wie es Rabbi Avrom Shmulevic von der Bewegung „Bead Artzein“ (Für das Heimatland) bei einer Demonstration formulierte: „Es wird keinen Frieden geben, solange das gesamte Territorium des Landes Israel nicht unter jüdischer Kontrolle zurückgekehrt ist. (…) Ein stabiler Frieden wird nur dann möglich sein, wenn sich Israel all seinen historischen Besitz wieder zu eigen gemacht haben wird und auf diese Weise sowohl den Suez- als auch den Ormudz-Kanal kontrollieren wird.“ Und: „Wir dürfen nicht vergessen, dass auch die irakischen Ölfelder auf jüdischem Gebiet liegen“.

So also läuft der Hase. Das die irakischen Ölfelder und der strategisch und finanziell äußerst interessante Suez-Kanal ebenfalls in diesem „Großisrael“ liegen, ist natürlich praktisch.

Das Verbrechen an sich

Rabins Friedensbemühungen waren aus der Sicht vieler orthodoxer Juden also nicht irgendein Verbrechen, sondern das Verbrechen an sich – nämlich der Verrat an dem gottgegebenen jüdischen Heimatland. Natürlich kann dessen Eroberung noch einige Zeit dauern, aber das macht nichts. Ganz im Gegensatz zu westlichen Von-der-Hand-in-den-Mund-Politikern denken die entsprechenden Strategen in Jahrzehnten und Jahrhunderten.

Und seit der Ermordung Rabins ist die Schranke auf dem Weg zu „Eretz Israel“ wieder offen: „Netanjahu selbst bekannte sich stolz in einem gefilmten Hintergrundgespräch, >Oslo gestoppt< zu haben“, schrieb Die Zeit am 10. Dezember 2014: „Als Premierminister erwarb er sich vor allem zwei Verdienste: größere Siedlungen und größere Friedhöfe…“ …

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