Fünfzig Wahrheiten über Che Guevara

Hintergründe anlässlich des 50. Todestages des bekannten kubanisch-argentinischen Revolutionärs.

– Harald Neuber

  1. Ernesto Guevara wird am 14. Juni 1928 im argentinischen Rosario als eines von fünf Kindern geboren; seine Eltern, Ernesto Guevara Lynch und Celia de la Serna, gehören zur Oberschicht.
  2. Guevara leidet seit seinem zweiten Lebensjahr unter Asthma, weswegen seine Familie den Wohnsitz zunächst nach Córdoba und dann nach Alta Gracia verlegt, in der Hoffnung, das Klima sei dort für den Sohn Ernesto günstiger.
  3. Im Jahr 1948 beginnt er ein Medizinstudium an der Universität von Buenos Aires, das er 1953 abschließt.
  4. 1950 unternimmt er seine erste Reise mit dem Motorrad im Norden von Argentinien, wo er die Armut auf dem Land erlebt, im Folgejahr bereist er die Atlantikküste.
  5. Mitte 1952 durchquert er – erneut per Motorrad und gemeinsam mit seinem Freund Alberto Granado – Chile, Peru, Kolumbien und Venezuela. In Peru lernt er den kommunistischen Funktionär und Arzt Hugo Pesce kennen, der in einer Leprastation arbeitet.
  6. 1953 kommt Ernesto Guevara in Bolivien mit dem linksnationalistischen Movimiento Nacionalista Revolucionario in Kontakt, gegen Ende des Jahres bereist er Guatemala, das von dem linksgerichteten Präsidenten Jacobo Árbenz regiert wird.
  7. Im Juni 1954 erlebte er den von den USA organisierten Putsch gegen Árbenz.
  8. Nach dem Staatsstreich reist er mit Hilfe der argentinischen Botschaft nach Mexiko aus, wo er 1955 Raúl Castro kennenlernt, der ihn seinem Bruder Fidel vorstellt. Beide hatten mit Gegnern der Diktatur von Fulgencio Batista in Mexiko Zuflucht gefunden.
  9. Am 25. November 1956 legt Ernesto Guevara mit 81 Mann an Bord der Jacht „Granma“ in Mexiko ab, um in Kuba einen Guerillakrieg gegen die Batista-Diktatur zu beginnen.
  10. Nach der misslungenen Landung gelingt es der Truppe nach schweren Verlusten und einer „nomadischen Phase“ (Guevara), feste Basen zu errichten und das Vertrauen der lokalen Bauern zu gewinnen.
  11. Guevara ist Namensgeber des Guevarismus, einer lateinamerikanischen Weiterentwicklung des Marxismus-Leninismus, die sich stark auf die antikolonialen Kämpfe stützt. Teil des Guevarismus ist die Fokus-Theorie, nach der, wenn die notwendigen Bedingungen gegeben sind, ein begrenzter Guerillakampf der Katalysator für einen politischen Umsturz sein kann.
  12. Im September 1957 wird Guevara von Fidel Castro zum Comandante mit Befehlsgewalt über eine eigene Kolonne ernannt, die Guerilla geht zur landesweiten Offensive über.
  13. Ende 1958 führt Guevara den Angriff auf die Batista-Truppen in der Stadt Santa Clara an, der letzten Bastion der Diktatur; den rund 300 Guerilleros stehen etwa zehn Mal mehr gegnerische Kämpfer gegenüber. Die Revolutionäre befreien die Stadt.
  14. Nach andauernden Erfolgen gegen die Batista-Truppen führen Guevara und Comandante Camilo Cienfuegos Ende 1958 die Offensive auf die Machtzentren Batistas in Havanna an.
  15. Nach dem Sieg der Revolution führt Guevara die Revolutionstribunale gegen Verantwortliche für Verbrechen der Diktatur an, für Gegner der Kubanischen Revolution ist das bis heute einer der Hauptkritikpunkte. Nach offiziellen Angaben wurden 1.000 Personen verurteilt, 500 Todesurteile wurden auf der Festungsanlage Fortaleza de San Carlos de la Cabaña vollstreckt. Zum Vergleich: Im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher wurden zwölf der ursprünglich 24 Angeklagten zum Tode verurteilt, in Frankreich gab es nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu 10.000 Todesurteile gegen Kollaborateure.
  16. Im April 1965 verlässt Guevara Kuba. In seinem Abschiedsbrief an Fidel Castro, den dieser im Oktober 1965 auf dem Ersten Parteitag der Kommunistischen Partei Kubas verliest, heißt es am Ende: „Ich hinterlasse meinen Kindern und meiner Frau keine materiellen Güter, und das tut mir nicht leid. Es freut mich, dass es so ist. Ich bitte um nichts für sie, denn der Staat wird ihnen genügend für ihr Leben und ihre Erziehung geben.“ …

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