Allmählicher Abschied

Nachgetragene Gedanken zum deutschen Nine-Eleven

 – Tom Appleton

Es gibt horrende Kalamitäten in der Geschichte aller Völker, die zunächst im Gedächtnis unauslöschlich erscheinen. Aber irgendwann verflüchtigt sich trotzdem die Erinnerung daran.

In Amerika, wo die Tage und Monate im Kalender umgekehrt geschrieben werden, erinnert man sich bis heute an die rätselhaften und immer noch nicht wirklich geklärten Ereignisse jenes 11. Septembers 2001, des Nine-Eleven, die zum amerikanischen Kriegseintritt im Irak und in Afghanistan führten.

Einzig der Historiker Noam Chomsky nannte es das “Zweite Nine-Eleven”, in Erinnerung an den von Amerika gesteuerten und längst vergessenen Staatsstreich gegen die chilenische Regierung am 11. September 1973.

Dass es auch in Deutschland ein Nine-Eleven gab, hier allerdings bei umgekehrter Zahlenfolge im Kalender, ist mittlerweile kaum noch jemandem eine Schweigeminute wert. Der “neunte Elfte”, heute, markiert einen Tag im November 1989, den Fall der Mauer.

Er ist kaum mehr jemandem ein paar fromme Sprüche wert, und welche Plattitüden könnte man sich dazu schon noch einfallen lassen? Da hatte man sich Jahre lang die “Wiedervereinigung” zwischen West und Ost gewünscht und kaum war die “Vereinigung” real da, real passiert — vergessen wir mal das Wörtchen “wieder” bei diesem Zusammenschluss -, war man die Sache auch schon wieder leid und hätte gern die Mauer wieder hochgezogen.

Im Westen verfluchte man die Ossis, so wie heute die Flüchtlinge aus der muslimischen Barbarei. Deutschland West wäre gerne wieder hermetisch selber eingeigelt geblieben. …

 https://www.heise.de/tp/features/Allmaehlicher-Abschied-3884807.html

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