Entlassungen und Verhaftungen: Saudischer Kronprinz trifft Kriegsvorbereitungen

Der saudische Kronprinz und de facto Machthaber, Mohammed bin Salman, kurz MBS genannt, hat mehrere Minister entlassen und einige Prinzen festgesetzt.

– Alexander von Paleske

Keine wirkliche Überraschung
Das überrascht nur vordergründig. Das Königreich hat rund 8000 Prinzen, die den Staatsapparat und die Staatsbetriebe bis ins mittlere Management kontrollieren. Insofern traf es nur einen klitzekleinen Bruchteil dieser Clique. Aber es sind prinzliche Figuren an der Spitze der Pyramide, die der Politik von MBS im Wege stehen, denn der hat Grosses mit seinem Land vor:
Er will die Geschäfte nicht einfach so weiterzuführen wie seine Vorgänger, er will Saudi-Arabien nicht nur als Hort der moslemischen Pilgerstätten erhalten, sondern das Land zur sunnitischen regionalen Grossmacht hochfahren. Dabei ist ihm der Iran als Hort der moslemischen Schiiten, die von den Sunniten als Gotteslästerer angesehen werden im Wege.

Zug um Zug hat der Iran seinen Einfluss in der Region ausgedehnt:

– Es waren seine Soldaten, die entscheidend bei der Vertreibung der sunnitischen Terrororganisation Islamischer Staat aus dem Irak mitwirkten.

– Es waren die mit dem Iran verbündeten schiitischen Hisbollah Milizen aus dem Libanon, die den von Saudi-Arabien und den Scheichtümern am Persischen Golf unterstützen radikalislamischen sunnitischen Milizen wie der al Nusra Front in Syrien schwere Verluste beibrachten, und so, zusammen mit Unterstützung durch die russische Luftwaffe einen Zusammenbruch der syrischen alawitischen (schiitischen) Regierung unter Baschar al Assad verhinderten. Die vielmehr dafür sorgten, dass grosse Gebiete und Städte wie Homs wieder unter Kontrolle der Regierung in Damaskus sind.

Will rückgängig machen
Das will MBS nun rückgängig machen: Im Iran, im Irak, in Syrien, aber auch im Libanon, und zwar durch einen Angriff auf den Iran
Da Saudi-Arabien, Grossexporteur radikalislamistischer Ideologie, bestenfalls eine Operettenarmee unter Waffen hat, kann es zwar mit seiner auf dem neuesten Stand befindlichen Luftwaffe Schäden anrichten, wie seit drei Jahren im Jemen, mehr jedoch nicht. Es müsste vielmehr mit einer massiven Vergeltung des Iran rechnen.

Neue Freunde: Israel und Trump
MBS ist daher auf Verbündete angewiesen. Das sind jetzt in erster Linie die USA. Aber auch der ehemalige Erzfeind Israel, das den Angriff auf den Iran aus der Luft zwecks Zerstörung der Atomanlagen schon lange plant, kurz vor dem Angriff stand, aber durch das Eingreifen des US-Präsidenten Obama , der Druck machte und im Konfliktfalle jegliche Unterstützung ausschloss, daran gehindert wurde.

Obama ist nicht mehr im Amt, stattdessen Donald Trump, der einen Angriff auf den Iran nicht nur begrüsst, sondern zu seiner eigenen Angelegenheit gemacht hat.

Der erste Schritt war die Verweigerung, mit seiner Unterschrift zu zertifizieren, dass der Iran sich strikt an das Atomabkommen hält. Trump will so das Atomabkommen mit dem Iran aushebeln, sodass der Iran dann sein Atomprogramm wieder aufnimmt. Ein teuflischer Plan.

Derweil veranlasste Saudi-Arabien den Rücktritt des sunnitischen libanesischen Ministerpräsidenten Saad Hariri, um nach dem dann zu erwartenden Auseinanderfallen der fragilen Koalitionsregierung, den Libanon ins Chaos zu stürzen. Ein nicht minder teuflischer Plan. …

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