Dem Westen ist der Krieg und die Hungersnot in Jemen komplett egal

In Jemen zeichnet sich die weltweit grösste Hungersnot seit Jahrzehnten ab, doch der Westen hat gelernt, den Krieg im Armenhaus Arabiens zu ignorieren. Ein Grund dafür: Jemenitische Flüchtlinge schaffen es kaum bis nach Europa.

– Dietrich Klose

Eines der reichsten Länder der Welt bombardiert eines der ärmsten Länder der Welt. Tausende Menschen sterben. Millionen sind auf der Flucht, doch ausser Landes schafft es kaum einer. Die Grenze im Norden ist abgeriegelt, im Süden liegt das Meer. Alle Häfen und Flughäfen sind geschlossen. Lebensmittel und Medikamente gelangen nicht mehr ins Land. Die Cholera breitet sich aus. Eine Hungersnot ist im Kommen – es könnte die weltweit grösste seit Jahrzehnten sein, wie die Vereinten Nationen warnen.

Ein geschasster Präsident soll in Jemen zurück an die Macht gelangen, weil er saudische Interessen vertritt (ungeachtet dessen, was grosse Teile der jemenitischen Bevölkerung davon halten). Das zweite Ziel ist eher abstrakt und handelt davon, den Einfluss der Iraner, von denen man in Riad glaubt, dass sie den Konflikt in Jemen orchestriert haben, in der Region zu brechen.

Ob und ab welchem Zeitpunkt die Huthi Waffen aus Iran erhalten haben, ist noch immer Gegenstand von Spekulationen.

Doch selbst wenn Iran in Jemen heute tatkräftig mitmischt: Einen Grund, die Huthi als Terroristen abzustempeln und sie vom Verhandlungstisch auszuschliessen, haben die Saudi nie gehabt.

Beeindruckt das Elend in Saudiarabiens «Hinterhof» den jungen Kronprinzen Mohammed bin Salman? Nein.

Die stille Solidarität vieler westlicher Regierungen mit Saudiarabien, die Komplexität des Konfliktes und seine geografische Ferne sind nur drei Gründe, warum der Jemen-Krieg ein geduldeter ist. Der vielleicht wichtigste aber ist das Ausbleiben der Flüchtlinge – von Daniel Steinvorth …

https://www.freitag.de/autoren/dklose/jemenkrieg-mosaik-356-yemen-war-mosaic-356

#Jemen

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