Die reichsten 1 Prozent besitzen mehr als 50 Prozent des globalen Vermögens

Besonders nach der Finanzkrise 2007 haben es die Reichen und Superreichen geschafft, ihr Vermögen kräftig zu vergrößern, berichtet Credit Suisse

– Florian Rötzer

Es ist eintönig, weil sich am Trend nichts ändert. Die Reichen, vor allem die Superreichen, werden immer reicher und lassen den Rest der Weltbevölkerung immer weiter hinter sich. Das reichste 1 Prozent, so der Global Wealth Report 2017 von Credit Suisse, besitzt jetzt zusammen so viel wie die ärmere Hälfte der Menschen.

Nachdem die Finanzkrise 2008 die Ungleichheit einmal geschmälert und der Anteil des reichsten 1 Prozents bei “nur” 42.5 Prozent des globalen Vermögens lag, haben Regierungen und Reiche offenbar erfolgreich dafür gesorgt, dass sich das etwa durch die Stützung der großen Banken und das Ausbleiben der versprochenen Reformen wieder schnell ändert. Und das geschah auch. Kurz nach der Krise stieg der Anteil der Superreichen am globalen Reichtum kontinuierlich und über den Anteil hinaus, den sie vor der Krise hatten.

Jetzt haben sie nach Credit Suisse die symbolische Schwelle von 50,1 Prozent am Gesamtvermögen von 280 Billionen US-Dollar überschritten. Ob man den Zahlen der Bank im Einzelnen vertraut oder nicht, ist bei solchen Schätzungen wenig erheblich, denn es wird der Trend deutlich – und die Ohnmacht der abgehängten Bevölkerung sowie die Gier der Reichen, die womöglich auf dem Vulkan tanzen, wenn dieser Trend nicht gestoppt oder gar umgekehrt wird.

Dass die Verteilung des Reichtums schon längst jedes verträgliche Maß hinter sich gelassen hat, lässt sich auch aus einer anderen Schätzung erkennen. So besitzen die reichsten zehn Prozent 88 Prozent des Weltvermögens, die ärmere Hälfte der Erwachsenen hat gerade einmal 1 Prozent. Zwar wird die Zahl der Millionäre – ebenso wie die Weltbevölkerung weiter wächst – mehr und ist letztes Jahr um erstaunliche 2,3 Millionen Menschen auf jetzt 36 Millionen gewachsen, aber gegenüber den mehr als 7,5 Milliarden Menschen ist das nicht viel. Die Weltbevölkerung wächst jeden Tag um 230.000 Menschen, das sind etwa 80 Millionen im Jahr.

Weltweit stieg das Vermögen im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent. Rechnet man die 280 Billionen um, so hätte theoretisch jeder Erwachsene einen Anteil von illusorischen 56.540 US-Dollar. Aber viele haben eben praktisch nichts, andere schwimmen in Milliarden. Die meisten Superreichen leben in dem Land, das auch von einem Milliardär regiert wird, der wieder daran ist, durch eine Steuerreform seinesgleichen zu “entlasten”. …

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