Solidarität mit Ken Jebsen!

Auseinandersetzung um die Karlspreisverleihung in Berlin am 14.12.201

– Andreas Wehr

Warum? Zum einen, weil die vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer verlangte Absage der Verleihung des Karlspreises an Ken Jebsen im Kino Babylon nur den Höhepunkt einer schon lange anhaltenden Kampagne gegen diesen Journalisten darstellt. Eine Kampagne, die durch nichts gerechtfertigt ist, und die leider – und auch das bereits seit Jahren – von der Tageszeitung junge Welt mitbetrieben wird.

Deren Geschäftsführer Dietmar Koschmieder verfolgt Ken Jebsen in einer Art und Weise, die nur noch manisch genannt werden kann. Es stellt ein bespielloses Versagen dieser selbsterklärten „marxistischen Zeitung“ dar, dass ihr jetzt zu den Zensurmaßnahmen von Klaus Lederer nichts einfällt!

Es ist an der Zeit, nicht mehr wegzusehen oder sich wegzuducken. Es ist Zeit, entschieden zu widersprechen. Diese Kampagne muss endlich beendet werden! Es muss wieder möglich sein, über die Positionen eines Ken Jebsen so normal diskutieren zu können, wie über die jedes anderen auch, etwa über seine oft sehr moralisch und individualistisch begründete Kritik der herrschenden Verhältnisse.

Zum zweiten: Weil die Kampagne gegen Ken Jebsen auch eine gegen die Kritiker der Verhältnisse  ist. Sie hat gesellschaftskritisches Denken im Visier. Sehen wir uns dazu die Vorwürfe an, die Klaus Lederer gegen ihn erhebt: „Offen abgründiger Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und krude Verschwörungstheorien“.

Nehmen wir den Vorwurf des „offen abgründigen Israelhasses“: Er wird vor allem jenen angedichtet, die die konkrete Politik Israels angreifen. Die Keule des Antisemitismus haben schon viele Linke zu spüren bekommen: Moshe Zuckermann, Wolfgang Gehrcke, Norman Paech, Heike Hänsel, Annette Groth und andere. Kritik wird dabei in  „Hass“ verfälscht. Der israelische Neokolonialismus in Form der Unterdrückung der Palästinenser und Israels Aggressionen gegen den Libanon und Syrien soll vor Angriffen immunisiert werden.

Nehmen wir den Vorwurf der „Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster“: Schon die Formulierung verrät die Akrobatik der Wortkonstruktion. Was sind überhaupt „typische antisemitische Denkmuster“? Ein solches Muster hat angeblich bereits derjenige im Kopf, der einen Unterschied zwischen Finanz- und Realwirtschaft macht, oder wer überhaupt vom Finanzkapital spricht. Ziel ist es, antikapitalistische Kritik zu  isolieren und zu tabuisieren. …

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24352

#KenJebsen

 

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