Wie schlecht es um die SPD steht, zeigt auch ein Blick auf den Nachwuchs

Während es in progressiven Kreisen eigentlich Konsens ist, dass die kriselnde SPD sich die Genossen der britischen Labour Partei samt deren Frontmann Jeremy Corbyn zum Vorbild nehmen sollte, sehen dies Teile des SPD-Nachwuchses offenbar fundamental anders.

– Jens Berger

Via Facebook verkündeten jetzt die Jusos des SPD-Bezirks Niedersachsen-Nord großspurig ihr „NEIN“ zu einer – nie ernsthaft zur Debatte gestandenen – Einladung Jeremy Corbyns für den SPD-Parteitag. Vor allem die Begründung zieht einem die Schuhe aus. Für die Jusos ist Corbyn nämlich ein Antisemit. Wenn der Nachwuchs der SPD schon die Antisemitismuskeule schwingt, um jeglichen Ansatz progressiver Politik zu verhindern, ist wohl Hopfen und Malz verloren.

Die Idee war sicher gut gemeint. Seit einigen Wochen gibt es im Netz eine „Petition“ an Martin Schulz, in der die Petenten den SPD-Chef aufforderten, Jeremy Corbyn als Impulsredner für den heute beginnenden SPD-Parteitag einzuladen. Initiiert wurde diese „Petition“ offenbar von den Frankfurter Jusos und da Jeremy Corbyn bekanntermaßen nicht auf der Rednerliste des Bundesparteitags steht, scheint sie nicht sonderlich erfolgreich gewesen zu sein. Man muss sich ohnehin fragen, ob eine Rede Corbyns vor den SPD-Delegierten im heutigen Zustand wohl eher unter „Perlen vor die Säue werfen“ einzuordnen wäre. Eine Erneuerung muss von innen gewollt sein und momentan gibt es keine Indizien dafür, dass die Partei wirklich bereit ist für Impulse von der Insel.

Obgleich eine Rede Corbyns also nie eine ernsthafte Option war, sahen sich Teile der Jusos gezwungen, am Anfang dieser Woche – also pünktlich vor dem Parteitag – noch einmal kundzutun, was sie von Labour und Corbyns Politik halten; nämlich gar nichts, oder „NO WAY!“, wie es die Jusos herausschreien. Die Begründung zieht einem schlicht die Schuhe aus: „Gerade seine Haltung zu Israel und den Konfliktparteien im Nahostkonflikt sind nicht nur gruselig: Sie sind realitätsfern und antisemitisch!“, so die jungsozialistischen Nordlichter. Eine „Drei-Punkte-Begründung“ liefern die Autoren gleich mit: …

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