Waffen für den IS

Der IS hat bei der Verteidigung von Ramadi, Fallujah und Mossul gegen die Anti-IS-Koalition Schusswaffen und Munition aus Beständen von EU-Staaten in teils signifikanter Menge zur Verfügung gehabt.

– German Foreign Policy

Dies belegen Recherchen der in Großbritannien ansässigen Organisation “Conflict Armament Research” (CAR). Demnach haben zwei Staaten, die zu den wichtigsten Rüstungskunden auch Deutschlands gehören – die USA und Saudi-Arabien -, Kriegsgerät in Rumänien und Bulgarien erworben und es sodann aufständischen Milizen in Syrien zur Verfügung gestellt, die es offenbar zum Teil an den IS weitergeleitet haben. Das betrifft etwa Panzerabwehrraketen. Dabei erfolgte der Reexport nach Syrien ohne Kenntnis oder gar Zustimmung der ursprünglichen Lieferanten. Jihadisten zugearbeitet hat eine weitere Organisation, die vom Auswärtigen Amt kofinanziert worden ist: die Free Syrian Police. Sie hat Polizisten beschäftigt, die vom syrischen Al Qaida-Ableger ausgewählt wurden, und in zumindest einem Fall die Steinigung zweier Frauen ermöglicht.

Aus der EU zum IS

Die Frage, woher die Waffen stammten, die der IS stets umfangreich zur Verfügung hatte und die seine zersplitterten Reststrukturen wohl noch heute besitzen, ist das Thema einer ausführlichen Studie, die die in Großbritannien ansässige Organisation Conflict Armament Research (CAR) in der vergangenen Woche vorgelegt hat. CAR hat dazu in mehr als dreijähriger Tätigkeit über 40.000 Stück Waffen und Munition, die in Syrien sowie im Irak sichergestellt werden konnten, dokumentiert und die Wege, auf denen das Material zum IS gelangte, gemeinsam mit den ehemaligen Besitzern und den Herstellern zurückverfolgt. Wie es in der Untersuchung heißt, habe der IS – “wie die meisten nichtstaatlichen bewaffneten Gruppen” – einen gewissen Teil seines Kriegsgeräts “auf dem Schlachtfeld” erobern können; daneben habe er Armeelager geplündert – Letzteres vor allem im Irak, und zwar vorwiegend in seiner frühen Phase während der Eroberung Mossuls im Juni 2014. Darüber hinaus kann CAR jedoch nachweisen, dass der IS sich Waffen aneignen konnte, die aus Beständen der Streitkräfte von EU-Staaten stammen oder von Firmen in der EU produziert wurden. Dabei handelt es sich offenbar überwiegend um rumänisches und bulgarisches Gerät, das zunächst an die Vereinigten Staaten und an Saudi-Arabien verkauft wurde – und zwar in vielen Fällen nach Kriegsbeginn in Syrien.[1]

Ramadi, Fallujah, Mossul

CAR kann in einzelnen Fällen nachweisen, dass Schusswaffen, Raketen und Munition aus Rumänien und Bulgarien über die Vereinigten Staaten und Saudi-Arabien an aufständische Milizen in Syrien weitergeleitet wurden – etwa an die Miliz Jaysh al Nasr, die der vom Westen unterstützten Free Syrian Army zugeordnet wird. Waffen aus denselben Beständen wurden beim IS aufgefunden, und das zuweilen binnen kürzester Frist. Exemplarisch führt CAR einen Raketenwerfer auf, den die irakische Polizei nach der Schlacht um Ramadi (25. November 2015 bis 9. Februar 2016) in IS-Beständen sichergestellt hatte. Er entstammt derselben Produktserie wie einer, der bei Jaysh al Nasr entdeckt wurde. Bulgarien hatte ihn am 12. Dezember 2015, während die Schlacht um Ramadi bereits lief, an das US-Verteidigungsministerium verkauft. Binnen weniger Wochen kam er – womöglich über Jaysh al Nasr – beim IS in Ramadi an. Eine ganze Reihe von Panzerabwehrraketen, die nach der Schlacht um Fallujah (22. Mai bis 28. Juni 2016) aus IS-Beständen sichergestellt wurden, wurden von Bulgarien Ende 2014 an Saudi-Arabien verkauft. Weitere Raketen dieser Serie hielt der IS in der Schlacht um Mossul bereit. …

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7484/

#USandISIS

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