Die jämmerlichste aller Parteien

Es ist ein Unglück, daß die SPD
Sozialdemokratische Partei Deutschlands heißt.
Hieße sie seit dem 1. August 1914
Reformistische Partei oder Partei des kleinern Übels
oder Hier können Familien Kaffee kochen oder so etwas –:
vielen Arbeitern hätte der neue Name
die Augen geöffnet, und sie wären dahingegangen,
wohin sie gehören: zu einer Arbeiterpartei.
So aber macht der Laden seine schlechten Geschäfte
unter einem ehemals guten Namen.
Kurt Tucholsky (1932)

 

– Kay Sokolowsky

Wie töricht ich im Grunde bin, weiß nur ein Mensch besser als ich, und der ist, zum Glück, meine Frau. Eitel wie alle Autoren verleugne ich gern meine fundamentale Torheit. Um gelegentlich und schmerzhaft auf sie gestoßen zu werden. Zum Beispiel während des Sonderparteitags der SPD am 21. Januar in Bonn – wie gespannt war ich auf das Resultat und wieviel Hoffnung vergeudete ich darauf! Wie (was mir noch weniger schmeichelt) wie vergeßlich, geradezu ignorant benahm ich mich bei meinem Selbstbetrug, wie idiotisch war dies Vertrauen in eine Restintegrität der Sozial-, Achtung: Demokratie!

—Was ich vergessen, oder besser: verdrängt hatte, waren die Top-Meldungen vor und unmittelbar nach dem Scheitern der ebenso albernen wie zähen „Jamaika-Sondierung“. Da tönte Martin Schulz Ende Oktober 2017:

„Wenn die schwarze Ampel scheitert, wird es Neuwahlen geben müssen. Die Verantwortung dafür müßten dann Frau Merkel, Herr Seehofer, Herr Lindner und Herr Özdemir tragen.“ Die Entscheidung, in die Opposition zu gehen, sei im vollen Bewußtsein der Konsequenzen getroffen, so Schulz zum Auftakt von „regionalen Dialogveranstaltungen“, bei denen die Parteimitglieder über die künftige Ausrichtung der Partei diskutieren.
—Schulz kündigt eine grundlegende Reform an. […] Die Niederlage bei der Bundestagswahl sei „kein Betriebsunfall“ gewesen.
Telepolis, 28.10.2017

Drei Wochen später hatte C. Lindner, der kein Zehntel so smart ist, wie er sich inszeniert, endlich begriffen, daß kein Mensch den Unterschied zwischen ihm und C. Özdemir bemerken würde, säßen sie erst nebeneinander am Kabinettstisch, und daß dies den „Markenkern“ seiner Partei mehr bedrohte als die strahlende Nichtigkeit solcher Pappkameradinnen wie K. Suding. Die FDP beendete den Verkehr, und die SPD beschloß, sich abermals, Pardon, ficken zu lassen.

—Es gab eine Zeit, eine kurze, da empfand ich Mitleid für Martin Schulz, für diesen nicht eben klugen Mann, den die Quadratschädel des Seeheimer-Kreises so leicht hin- und herschoben, als wär er aus Stroh. Dieses Interludium der Sympathie für einen armen Teufel kam auf am Tag, als wider den Tagesbefehl sämtlicher Qual.medien der SPD-Scheff meldete, seine Partei wolle weiterhin nicht der Unerträglichen das Amt retten. Der Vorstand schloß sich geschlossen an. Das war am 20. November 2017 und lautete Wort für Wort so: …

http://www.kaysokolowsky.de/die-jaemmerlichste-der-parteien/

#SPD

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