Die US-Strategie, Konfrontationen zwischen Staaten und Kulturen zu inszenieren

Innerhalb von zweihundert Jahren haben die USA nach eigenen Angaben über 220 Kriege, militärische Interventionen und CIA-Operationen gegen ausländische Staaten geführt.

– hwludwig

Wie ein roter Faden zieht sich durch die Geschichte der USA die rücksichtslose Durchsetzung eigener Macht. Über den Erdball sind an wichtigen strategischen Punkten jederzeit einsatzbereite Militärbasen errichtet, deren Zahl von Experten auf ca. 1000 geschätzt wird.

Der US-Geostratege Zbigniew Brzezinski stellte nüchtern fest: „Nicht nur beherrschen die Vereinigten Staaten sämtliche Ozeane und Meere, sie verfügen mittlerweile auch über die militärischen Mittel, die Küsten mit Amphibienfahrzeugen unter Kontrolle zu halten, mit denen sie bis ins Innere eines Landes vorstoßen und ihrer Macht politische Geltung verschaffen können. Amerikanische Armeeverbände stehen in den westlichen und östlichen Randgebieten des eurasischen Kontinents und kontrollieren außerdem den Persischen Golf. Wie die … Karte zeigt, ist der gesamte Kontinent von amerikanischen Vasallen und tributpflichtigen Staaten übersät“ 1

Nun gehört es zum strategischen Werkzeug der USA, nicht einfach irgendwo einzudringen und damit ihren Ruf zu schädigen, sondern zunächst zwischen polar einander gegenüberstehenden Ländern Konflikte zu schüren und ihre Konfrontation zu inszenieren. In beiden Weltkriegen griffen die USA erst in einem fortgeschrittenen Stadium in den Krieg ein, nachdem sie zuvor geholfen hatten, die feindlichen Parteien aufzurüsten und gegeneinander in Stellung zu bringen. Der amerikanische Historiker Anthony Sutton hat z. B. nachgewiesen, dass vor dem Zweiten Weltkrieg sowohl der Aufbau der Sowjetunion als auch des nationalsozialistischen Deutschlands von den USA aus in starkem Maße finanziell und militärisch unterstützt worden sind.2

Deutschland – Russland

Den imperialistischen Strategen der USA ist seit langem klar, worauf auch der bereits im vorigen Artikel ausführlich zitierte Hintergrundbeobachter Lars Grünewald hinweist, „dass die einzige wirkliche Bedrohung der US-amerikanischen Weltherrschafts-Ambitionen darin liegt, dass eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Allianz zwischen Europa und Asien zustande kommt, insbesondere zwischen Deutschland und Russland.“ 3 Die Strategen George Friedman und Zbigniew Brzeziński sehen dies als das zentrale Problem der amerikanischen Außenpolitik der vergangenen hundert Jahre an.

Friedman sagte z. B. am 4.2.2015: „Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg, waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Weil: vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse galt sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt. (…) Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden. Eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben.“ 4

Zugleich würde dies bedeuten, dass die USA keinen strategischen Platz mehr in Europa hätten und die Möglichkeit, in den asiatischen Raum hinein zu intervenieren und die russische Machtstellung zu beeinträchtigen, so wesentlich reduziert wäre, dass an eine wirkliche Weltherrschaft nicht mehr gedacht werden könnte. Denn, wie Brzezinski schrieb, „der Fortbestand der globalen Vormachtstellung Amerikas hängt unmittelbar davon ab, wie lange und wie effektiv es sich in Eurasien behaupten kann.“ 5 Auch er beschreibt die Gefahr einer europäisch-russischen Verbindung:

„ … nicht völlig auszuschließen ist die Möglichkeit einer großen europäischen Neuorientierung, die entweder eine deutsch-russische Absprache oder eine französisch-russische Entente zur Folge hätte. Für beide gibt es in der Geschichte eindeutige Präzedenzfälle, und zu einer von beiden könnte es kommen, wenn die europäische Einigung ins Stocken geriete und sich die Beziehungen zwischen Europa und Amerika ernsthaft verschlechtern sollten. Tatsächlich könnte man sich im letzteren Falle eine europäisch-russische Übereinkunft vorstellen, die Amerika vom Kontinent ausschlösse.“ 6  

„ … so lauten die drei großen Imperative imperialer Geostrategie: Absprachen zwischen den Vasallen zu verhindern und ihre Abhängigkeit in Fragen der Sicherheit zu bewahren, die tributpflichtigen Staaten fügsam zu halten und zu schützen und dafür zu sorgen, daß die ´Barbaren`völker sich nicht zusammenschließen.“ 7

„Amerikas zentrales geostrategisches Ziel in Europa läßt sich also ganz einfach zusammenfassen: Durch eine glaubwürdigere transatlantische Partnerschaft muß der Brückenkopf der USA auf dem eurasischen Kontinent so gefestigt werden, daß ein wachsendes Europa ein brauchbares Sprungbrett werden kann, von dem aus sich eine internationale Ordnung der Demokratie und Zusammenarbeit nach Eurasien hinein ausbreiten läßt.“ 8    …

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#Nato+Russland — #Friedensdividende#USandISIS#Brzezinski

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