Tafeln sind in Deutschland das Sympthom einer verfehlten Sozialpolitik

“Ein Land, in dem Kinder und Rentner unter Umständen hungrig sind, weil sie keine ausreichende Lebensmittelversorungen mit ihren finanziellen Mitteln sicherstellen können, ist nicht sozial.”

 

Die Entscheidung der Essener Tafel, vorerst nur Menschen mit deutschem Pass als Neukunden aufzunehmen, hat in den letzten Wochen bundesweit für hitzige Diskussionen gesorgt.

– FinWir

Manche bezeichnen die ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter und ihren Leiter Jörg Sartor als Nazis, andere zeigen Verständnis für die Entscheidung der Tafel. Das Hauptproblem selbst liegt aber nicht in der Zuwanderung oder den kulturellen Unterschieden der Flüchtlinge, sondern in einer katastrophalen Sozialpolitik, die in Deutschland seit zwei Jahrzehnten verfolgt wird.

Begonnen hat die Auseinandersetzung mit einem Aufnahmestopp von Neukunden ohne deutschen Pass, die in der jüngeren Vergangenheit für Probleme bei der Lebensmittelausgabe verantwortlich gemacht wurden. Durch ruppiges Verhalten und Drängeln sollen sich viele ältere Bedürftige und Alleinstehende von der Tafel abgewendet haben und warem so faktisch von der Versorgung abgeschnitten. Dies war laut Sartor ein Grund für den Aufnahmestopp, um das Verhältnis von Bedürftigen ohne deutschen Pass und mit deutschen Pass wieder auf ein ausgeglichenes Niveau zu senken und die Probleme bei der Ausgabe zu lösen. Zwar wäre eine Lösung gemeinsam mit der Lokalpolitik ohne Aufnahmestopp wünschenswert gewesen, würde aber die dahinterstehenden Probleme nur verdecken und nicht lösen.

Zahl der Tafeln und Bedürftige steigt immer weiter

Die Problematik liegt in der Existenz der Tafeln. Wir leben in einem Land, das in den letzten Jahren dank guter Konjunktur und niedriger Zinsen, Milliardenüberschüsse erzielen konnte. Ein Land, in dem wir nach Meinung von Frau Merkel, gut und gerne leben können. Die Frage ist nur, warum profitieren die Menschen am unteren Rand der Gesellschaft nicht? Im Gegenteil. Warum werden es immer mehr, wenn es Deutschland so blendend geht? Seit 1993, dem Gründungsjahr der ersten Tafel in Berlin, ist ihre Zahl deutschlandweit auf 937 angestiegen. Zwar schwächte sich das Wachstum in den letzten Jahren ab, dies lag aber vor allem daran, dass größere Tafeln Ausgabestellen eröffnete und somit nicht jedesmal eine neue Tafel gegründet wurde. 2.000 Ausgabestellen und über 60.000 freiwillige Helfer arbeiten zunehmend an der Belastungsgrenze, um 1,5 Millionen Menschen zu versorgen.

Das die Zunahme an Flüchtlingen die Situation am unteren Rand der Gesellschaft weiter verschärft, war absehbar und wurde von der Politik in Berlin ignoriert. Aus „Wir schaffen das!“ wird in Deutschland „der Stärkere gewinnt“. Die Ellenbogen fliegen nicht nur bei der Essensausgabe, auch bei der öffentlichen Versorgung und auf dem Wohnungsmarkt für günstige Wohnungen wird der Konkurrenzkampf mit immer härteren Bandagen ausgefochten. So werden Arme gegen Arme ausgespielt, weil die öffentliche Daseinsversorgung in der Vergangenheit eingestellt oder verkauft wurde. Wohnungsbaugesellschaften wurden für den Schuldenabbau veräußert und somit den Renditeerwartungen von Investoren feilgeboten. Am Ende kämpfen Rentner, Alleinerziehende, Flüchtlinge, Studenten und Arbeitslosengeld-Bezieher um die immer knapper werdene Ressource an bezahlbaren Wohnraum.

Flüchtlinge verschärfen den Wettbewerb um knappe Ressourcen …

 

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#Flucht

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