Arbeit ist Care

Über 9 Milliarden Stunden pro Jahr wird in der Schweiz unbezahlte Arbeit geleistet. Ein Fall für Algorithmen, Apps und Roboter? Oder für eine politische Debatte?

– Ina Praetorius

Der Begriff «Ökonomie» leitet sich von zwei griechischen Wörtern ab: oikos und nomos. Oikos heisst Haus oder Haushalt. Nomos heisst Lehre oder Gesetz. Die Ökonomie ist also die Lehre vom guten Haushalten.

Haushalte haben die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Haushaltsangehörigen bekommen, was sie zum Leben brauchen. Und zwar dadurch, dass die Leute füreinander arbeiten und dabei Naturressourcen in Gebrauchsgüter und Dienstleistungen verwandeln. Deshalb sind sich die Ökonominnen und Ökonomen im Prinzip auch einig: Wirtschaften hat nur ein einziges Ziel, nämlich die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Auf den ersten Seiten jedes beliebigen Lehrbuchs der Wirtschaftswissenschaft steht eine entsprechende Definition. In dem Buch, mit dem ich mir vor Jahren die Grundbegriffe der Ökonomie beigebracht habe, heisst es zum Bei- spiel: «Es ist Aufgabe der Wirtschaftslehre zu untersuchen, wie die Mittel zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse am sinnvollsten hergestellt, verteilt und ge- oder verbraucht werden.» (Günter Ashauer, Grundwissen Wirtschaft, Stuttgart 1973, 5).

Vielleicht sollte ich diese Definition noch etwas präzisieren: Es geht um die Befriedigung der Bedürfnisse von derzeit ungefähr sieben Milliarden Menschen, die zusammen mit unzähligen anderen Lebewesen den Planeten Erde bewohnen. Und vorausschauend geht es um die Befriedigung der Bedürfnisse derjenigen, die den Lebens- raum Erde in Zukunft bewohnen werden. …

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