Lügen die Medien?

Interview mit dem ehemaligen Tagesschau-Redakteur Volker Bräutigam. Exklusivabdruck aus „Lügen die Medien?“.

– Jens Wernicke

Herr Bräutigam, Sie waren als Redakteur bei der »Augsburger Allgemeinen«, der »Stuttgarter Zeitung« und schließlich viele Jahre bei der »Tagesschau« tätig. Inzwischen reichen Sie regelmäßig sogenannte Programmbeschwerden ein und werfen den öffentlich-rechtlichen Medien Gesinnungsjournalismus vor. Was ist da los?

Statt einer eigenen Antwort darauf zitiere ich lieber den bewundernswerten Journalisten Peter Scholl-Latour. Pointierter als er könnte auch ich nämlich nicht beschreiben, was los ist:

»Wir leben in einem Zeitalter der Massenverblödung, besonders der medialen Massenverblödung.«

Das war auf die Nachrichtensendungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten gemünzt. Die sind oft haarsträubend tendenziös, regierungsfromm und demagogisch. Sie provozieren Widerspruch seitens der Zuschauer. Mittlerweile sind folgerichtig zahllose Programmbeschwerden über »ARD-aktuell« und »ZDF heute« dokumentiert.

Ich bin bei Weitem nicht der Einzige, der diesen Institutionen Gesinnungsjournalismus vorwirft. Nicht der Einzige, dem die einseitige Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunkwesen auf die Nerven geht.

Selbst der Programmbeirat der ARD hat der »Tagesschau« und den »Tagesthemen« im Juni 2014 ein mieses Zeugnis ausgestellt: »Tendenziös«, »russlandfeindlich«, »voreingenommen«, »unkritisch« – das steht nun im Stammbuch der Hauptabteilung »ARD-aktuell« (1).

Das ist der Sammelname der NDR-Redaktion, in der »Tagesschau«, »Tagesthemen«, »Nachtmagazin« und andere Nachrichtenformate für das Programm des Ersten Deutschen Fernsehens erarbeitet werden.

Die massive Kritik des ARD-Programmbeirats hat aber leider nichts bewirkt, wie man beispielsweise an der aktuellen Nachrichtengebung über den Krieg in Syrien erkennen kann. Die hat nach wie vor Schlagseite.

Wie kommt es dazu?

Nun, die Berichterstattung über die Außenpolitik liegt häufig in den Händen von Journalisten, denen nach karriereförderlichem Aufenthalt und Schulung in den USA die transatlantische Einseitigkeit in Fleisch und Blut übergegangen ist.

Sie sind eine journalistische Parallelerscheinung zum politischen Vasallentum der Berliner Regierung. Auch die leistet den USA ersichtlich Gefolgschaftstreue bis zur Selbstverleugnung. …

https://www.rubikon.news/artikel/offentlich-rechtlicher-gesinnungsjournalismus

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