Die Ungleichheit verschärft sich vor allem in Deutschland

Die Schere zwischen Reichen und Menschen mit wenig Einkommen öffnet sich dramatisch. Besonders seit 1980. In Europa ist das Gefälle zwar am geringsten. In Deutschland hingegen bedienen sich vor allem die Reichen an der von allen erarbeiteten Prosperität der Wirtschaft.

– Wolfgang Freisleben

Die unteren 50 % der Einkommensbezieher haben massiv Anteile am Gesamteinkommen verloren. Deutschland ist daher in der EU nach Litauen der Staat mit höchster Ungleichheit. Doch Ungleichheit ist ein Maß für den Zivilisationsgrad einer Gesellschaft – je mehr, desto weniger zivilisiert.

Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Wenigstens vergleichsweise. Doch diese Annahme war lange umstritten. Ihre Kritiker verweisen auf die hohen Einkommenssteuern für Reiche und auf die Umverteilung im Sozialstaat. Doch inzwischen haben mehrere Studien unabhängig voneinander diese Annahme bestätigt.

Doch es gibt viele Faktoren, aus denen sich die Ungleichheit nährt. Und denen ist der schwedische Experte für Verteilungsfragen, Per Molander, in seinem Buch „Die Anatomie der Ungleichheit – Woher sie kommt und wie wir sie beherrschen können“ nachgegangen.

Die herbe Erkenntnis: Die Geschichte der Menschheit ist zugleich eine Geschichte der Ungleichheit. Sie hat die Menschen vom Beginn ihrer Existenz an begleitet. Überall hat sie Spuren hinterlassen, die von Archäologen frei gelegt wurden.

Auch in der Gegenwart dominiert die Ungleichheit die Menschheit. Die Schere zwischen Reichen und Menschen mit wenig Einkommen ist einer Studie der britischen Entwicklungshilfe-Organisation Oxfam zufolge in den letzten Jahrzehnten fast auf der ganzen Welt stark auseinander gegangen. Seit 1980 haben die reichsten ein Prozent der Weltbevölkerung ihre Einkünfte mehr als verdoppelt. Die Mittelklasse habe dagegen kaum profitiert, auch wenn das Wachstum statistisch allen Menschen zugutegekommen sei. Regional gibt es allerdings Unterschiede.

Das bestätigt des erste „Weltreport über Ungleichheit“, für den u.a. Einkommensteuerdaten ausgewertet wurden. Erarbeitet von mehr als hundert Forschern um den französischen Ökonomen Thomas Piketty, dem Autor des Bestsellers „Das Kapital im 21. Jahrhundert“. Dessen Grundthese ist, dass die Kapitalrenditen flächendeckend stärker ansteigen als das Wirtschaftswachstum. …

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