Geld blamiert die Welt

Ein Finanzsystem, das alles beherrscht und das niemand kontrolliert, geht nicht.

Die Zusammenhänge zwischen Kreditvergabe, Staatsschulden, Bankenrettung, Wirtschaftswachstum und Klimawandel sind im System des Geldverkehrs angelegt und gipfeln in der herrschenden Ideologie der Finanzwelt.

Hier werden Strukturen aufgedeckt und die Frage beantwortet, wie wir als normale Weltbürger darauf reagieren können.

Ein Essay von Rob Kenius.

1. Teil: So funktioniert das Geld- und Schulden-System

Wer die Gesamtlage verstehen will, muss das Geld verstehen. Das ist nicht einmal schwierig, wenn wir nur die Realität von heute betrachten und nicht die Geschichte, wie und wo Geld und Kapital und der Kapitalismus entstanden sind und wie es war, als die Finanzwelt noch nicht so liquide war wie heute.

Geld ist eine Zahl

Liquide bedeutet flüssig und das ist noch stark untertrieben. Geld ist super-liquide geworden. Es schwappt in Sekundenschnelle durch Datenleitungen um den Globus in unvorstellbaren Mengen. Täglich werden mehr als 1.000.000.000.000 = eine (europäische) Billion (Dollars) an den Börsen gehandelt.

Solche Summen sind im wörtlichen Sinne unvorstellbar. Wenn jemand sie als Zahl berechnet und hinschreibt, kann er sie sich trotzdem nicht als reale, zählbare Menge vorstellen. Diese Tatsache ist symptomatisch. Die Akteure handeln mit Größen, die sie selber verstandesmäßig nicht voll beherrschen.

Wir brauchen den Begriff des Kapitals nicht, den der Philosoph Karl Marx geprägt hat. Kapital ist ein komplizierterer Begriff als Geld. Die Lehre von Karl Marx ist ein Gedankengebäude, das als Theorie in sich stimmig und gültig zu sein scheint, das aber die aktuelle Wirklichkeit nicht verständlicher macht, weil sich im 21. Jahrhundert die Gewichte sehr stark in Richtung auf das reine, nackte Geld verschoben haben.

Einfache, fundamentale Begriffe erleichtern das Verständnis: Eine Erklärung für das Verhalten in der Finanzwelt, die auch hinter dem Kapitalismus steckt, ist die menschliche Gier, ein unbeherrschter Trieb.

Die Form der Gier, welche die Welt am meisten beherrscht, ist die Geldgier. Sie dient auch dazu, die Sucht nach Drogen, Vergnügen und Macht zu befriedigen. Dadurch werden Geld und Geldbesitz emotional aufgeladen und Emotionalität verhindert eine sachliche Beurteilung.

So wie Biologen und Ärzte den Körper ohne Emotionen sehen, soll hier das Geld ohne Emotionen und ohne ideologische Voraussetzungen betrachtet werden.

Die erste, nackte Tatsache ist: Geld ist eine Zahl.

Am Anfang gab es eine Anzahl von Symbolen, Goldstückchen oder einfach Strichen in der Keilschrift. Dann war Geld die Zahl auf Münzen, später auf Geldscheinen, schließlich die Zahl auf einem Konto und heute ist das große Geld nur noch eine Zahl auf einem digitalen Speicherplatz. Was bedeutet die Zahl, die das Geld ausmacht? …

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#GeldRegiert

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