Den Frieden leben

Schaffen wir eine Vermittlungsplattform für die Begegnung mit Andersdenkenden!

– Elisa Gratias, Ruben Schattevoy

Wenn ich mich durch Facebook-Kommentare zu meinen Artikeln kämpfe, komme ich immer wieder an meine Grenze. Ich schreibe einen Text, der einen kleinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten, andere für ihr eigenes Leben inspirieren und somit zum Handeln anregen soll, und lese darunter Kommentare, die ihn „ad absurdum“ führen wollen.

Ich antworte und versuche herauszufinden, was die Kommentierenden so stört. Am Ende wird mir vorgeworfen, ich sei weltfremd und habe nicht genug Hintergrundwissen.

Das mag durchaus sein. Doch wieso fragt sich dieser Mensch nicht einmal selbst, ob er denn nicht auch in seiner Blase gefangen sei, ob er selbst denn tatsächlich genug Hintergrundwissen oder zumindest Freigeist habe, um meine Ansichten voll zu erfassen?

Es kotzt mich an! Diese überheblichen Leute, denen es nur darum zu gehen scheint, jeden Funken Lebensfreude und Hoffnung, jeden Vorschlag der anderen Art im Keim zu ersticken. Am liebsten würde ich ihre Köpfe nehmen und vor eine Wand schlagen, damit sie aufwachen!

Dann wache ich aus meinem inneren Monolog auf. Oh ha, ich bin wütend. Ich bin frustriert. Ich bin alles andere als friedlich. Wie komme ich da raus?

Ich stelle mir die Frage, was ich möchte. Verbindung lautet die erste Antwort. Ich möchte eine Verbindung zu anderen Menschen. Ich möchte, dass diese Spalterei aufhört. Wie kann ich dazu beitragen? Vielleicht indem ich zuhöre?

Zuhören! Interessant.

Ich schreibe den Kommentatoren eine Privatnachricht und möchte nachhaken; ich stelle fest, dass ich ihren Standpunkt absolut nachvollziehen kann. Jetzt wünsche ich mir, dass auch sie mir zuhören, mich verstehen, anstatt mich und meine Meinung von vornherein als unqualifiziert abzutun.

Sie sind selbst Friedensaktivisten. Setzen sich für einen Ausstieg Deutschlands aus der NATO ein und demonstrieren gegen die Airbase in Ramstein. Das ist wichtig und nachvollziehbar. Was ich nicht verstehe: Warum sind mein Ansatz vom Hinterfragen des eigenen Selbst, das Hoffnungmachen und die Beispiele für alternative Lebensweisen in ihren Augen sinnlos? Das eine schließt das andere nicht aus.

Doch ich renne vor eine Wand. Der Austausch endet damit, dass der Andere sich im Recht sieht und ich mich mundtot gemacht fühle. Sprich, ich bin noch immer frustriert und sauer … Doch, wenn ich mich da so vor meinem PC sitzen sehe, muss ich auch schmunzeln.

Will ich nicht auch Recht haben? Ja, schon! Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass ich nicht nur Recht haben möchte. Gleichzeitig fällt mir auf, dass diese Diskutiererei und der Schlagabtausch auch Spaß machen. Sie regen mich auf, Adrenalin schießt durch meinen Körper, ich habe einen Haufen Energie, meine Gehirnzellen feuern, dass die Funken sprühen – ich fühle mich lebendig.

Da erinnere ich mich an ein Telefonat mit Ruben Schattevoy. Wir hatten die Idee einer Plattform, über die Menschen Andersdenkende finden und sich absichtlich mit ihnen zum Austausch treffen.

Peaceship.de für eine bewusste Streitkultur

https://www.rubikon.news/artikel/1410-den-frieden-leben

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