Feigheit vor dem Leser – wie die taz Deutschland mal wieder in den Krieg schicken will und sich doch nicht traut, dies klar zu sagen

Gute Nachrichten haben leider ja bereits Seltenheitswert. Das gestrige Übereinkommen der russischen und türkischen Regierungschefs zur Einrichtung einer kampffreien Zone in der umkämpften syrischen Region Idlib gehört zweifelsohne dazu.

– Jens Berger

Putin und Erdogan sind mit diesem Entschluss beinahe wörtlich den verzweifelten Forderungen der Vereinten Nationen nachgekommen. Auch wenn nun noch viele Fragen offenbleiben, ist dies ein Funken Hoffnung. Ganz anders sieht dies offenbar der Auslandschef der taz. Dominic Johnson bedauerte schon kurz vor der Einigung der beiden Staatschefs in einem überaus zynischen Kommentar, dass nun „ausgerechnet die Türkei“ die „Demokraten“ in Idlib schützen müsse. „Der Westen schaut zu“, „Deutschland führt Scheindebatte“ und wird „nichts tun“, so Johnson in tiefstem Bedauern. So offen hat sich die taz noch nie gegen das Völkerrecht, die Menschenrechte und den ausdrücklichen Wunsch der UN gestellt.

Zu Dominic Johnson lesen Sie bitte auch unsere Artikel „Kriegstreiber in Latzhosen“ und, „Der Offenbarungseid der taz“.

Wenn Dominic Johnson über Idlib schreibt, könnte man glatt denken, die letzte Bastion der Anti-Assad-Kämpfer sei ein Hort von liberalen Demokraten. Doch „die Übriggebliebenen des demokratischen Aufstands von 2011“, die Johnson in Idlib verortet, muss man dort sicherlich mit der Lupe suchen. Weiß Johnson etwa nicht, dass Idlib 2015 von der al-Nusra Front und Ahrar al-Sham überrannt wurde, zwei salafistische Islamistengruppen, die in Deutschland offiziell als Terrororganisationen gelten? 2017 wurden selbst noch die „gemäßigteren“ Islamisten – was auch immer das sein soll – von der al-Nusra-Front aus Idlib vertrieben und seitdem massiv durch nachrückende Islamisten verstärkt. Johnson schreibt selbst, dass Idlib in der Vergangenheit als Rückzugsoption für die „Rebellen“ offenstand, verschweigt dann aber, wer diese „Rebellen“ sind.

Wo sind denn Ihre Demokraten, Mr. Johnson?

Meint Johnson damit etwa die je nach Schätzung zwischen 5.000 und 8.000 Uiguren, die in der Region Idlib vermutet werden; radikalislamistische Extremisten aus dem Osten Chinas, die in Syrien eng mit Al Kaida und Co. zusammenarbeiten? Oder die rund 8.000 Dschihadisten aus dem Kaukasus und Zentralasien; oftmals Veteranen aus dem Tschetschenienkrieg, die sich in Syrien dem IS angeschlossen hatten und sich nach dessen Zerschlagung nach Idlib zurückzogen? Oder spricht Johnson von der Hay’at Tahrir al-Sham, einem der Al Kaida zugerechneten Nachfolger der terroristischen al-Nusra-Front, die rund 37.800 Kombattanten in der Region Idlib stellt? Demokraten hat man in Idlib schon lange nicht mehr gesehen. Dazu gehört wohlweislich auch nicht die unter türkischer Regie neu formierte „nationale Befreiungsfront“, ein Sammelbecken salafistischer Splittergruppen wie der Brigade der Märtyrer des Islams, die zusammen mit offiziellen türkischen Streitkräften den Norden der Region kontrolliert. …

https://www.nachdenkseiten.de/?p=46070

#Idlib#Kriegslügen#Ghouta#Duma

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