Ich glotze, also bin ich

Verlieren wir uns nicht im Medienwahn!

– Matthias Richter

Unter Mediensucht fallen letztendlich alle Suchtverhalten, die in Verbindung mit Medien stehen. Wie zum Beispiel PC- oder Konsolen-Spiele, Smartphone, Fernsehen – Serien, Filme und Pornographie. Dieser Artikel wird exemplarisch auf Mediensucht anhand von PC-Spielsucht eingehen. Allgemein kann man jedoch festhalten, dass jede Sucht, egal ob stoffgebunden oder nicht, auf denselben Ursachen aufbaut, beziehungsweise ähnliche Auslöser hat.

Was ist Suchtverhalten?

Ein Suchtverhalten zeichnet sich durch folgende Punkte aus:

• zwanghafter Umgang/Beschäftigung mit dem Stoff/Verhalten,
• eingeschränkte Kontrolle über das Verhalten,
• fortwährende Anwendung/Ausübung und Rückfall, trotz offensichtlicher Schädlichkeit,
• Unzufriedenheit, Reizbarkeit oder intensives Verlangen nach dem Objekt, – sei es Droge, Aktivität oder ein anderes Ziel – wenn es nicht augenblicklich verfügbar ist.

Aus biologischer Sicht spielen dabei Neurotransmitter, wie Dopamin, Serotonin und Endorphine im Gehirn eine große Rolle. Alle Süchte greifen in den Anreiz-Motivations- und Bindungs-Belohnungssystemen des Gehirns an. Diese lassen sich jedoch von den für das Denken und die Impulssteuerung zuständigen Gebieten im Gehirn nicht beeinflussen.

Dopamin sorgt für Erregung und Hochgefühl. Außerdem ist es wichtig für das Erlernen neuer Dinge und deren Einbettung in unser Leben. Endorphine und die pflanzlichen Opiate lindern physischen und emotionalen Schmerz. Serotonin ist unter anderem für die Stimmungsregulierung zuständig.

Durch die Sucht werden im Gehirn Verbindungen erzeugt, gefestigt und dann in Automatismen überführt. Bei Stress zum Beispiel ist die erste automatisch ablaufende Reaktion die Zuführung des Suchtmittels.

Ein Beispiel ist der Raucher. Bis der Raucher seine Zigarette anzünden kann, muss er viele einzelne Schritte durchlaufen: in die Hosentasche greifen, die Schachtel öffnen, das Feuerzeug herausnehmen, die Zigarette in den Mund stecken und anzünden. Diese Schritte laufen automatisch und unbewusst ab. Im Vordergrund steht die Stressreduzierung. …

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