Skripal als Beispiel eines Informationskriegs gegen Russland

Ein Kurs an der Staatlichen Russischen Universität sieht die Darstellung des Skripal-Falls als “Hetzjagd” der britischen Geheimdienste gegen Russland

– Florian Rötzer

Es kommt immer darauf an, von welcher Seite man etwas wahrnimmt. Von westlicher Seite wird trotz aller offenen Fragen weitgehend das Narrativ akzeptiert und vielfach auch von Medien befördert, dass der Anschlag auf Skripal mit Nowitschok vom russischen Geheimdienst GRU mit Billigung des Kreml und wahrscheinlich Wladimir Putin selbst durchgeführt wurde. Dazu ist die Haltung weit verbreitet, dass Russland versucht, die “Wahrheit” durch Informationsoperationen zu vernebeln und die Öffentlichkeit mit Fake News zu beeinflussen, beispielsweise was die beiden Russen betrifft, die Großbritannien als verdächtige Täter bezeichnet, die aber Putin selbst als ganz normale russische Geschäftsleute in Schutz nahm.

Wirkliche Beweise fehlen allerdings weiterhin, die britische Regierung lässt eher Medien und scheinbare unabhängige Organisationen wie Bellingcat, deren Beziehungen zum Sicherheitsapparat unklar sind, für weitere “Aufklärung” sorgen und hält die Skripals vor der Öffentlichkeit verborgen. Dabei war schon ganz zu Beginn der Verdacht berechtigt, dass die britische Regierung, die einen schweren Stand wegen des Brexit hat, schnell auf Russland als Verantwortlichem zeigt, um so wieder eine Einheit in der EU und der Nato und vor allem mit den USA gegenüber dem gemeinsamen Feind zu erreichen. Das klappte auch mit einem konzertierten Vorgehen bei der Ausweisung von russischen Botschaftsangehörigen und anschließend mit Angriffen auf angebliche syrische Chemiewaffeneinrichtungen nach einem Vorfall in Duma, wo ebenfalls nicht nachgewiesen wurde, dass dort ein Giftgasangriff stattfand und wer ihn zu verantworten hat.

Als Beweis für die Verantwortung des Kremls wurde zunächst von der britischen Regierung – u.a. durch ein geleaktes Handout – präsentiert, dass es keine andere Erklärung gäbe. Vor Gericht wäre die behauptete, aber nicht einmal nachgewiesene Alternativenlosigkeit in einem Rechtsstaat ein inakzeptables Argument, zumal klar wurde, dass Nowitschok durchaus auch in Militärlaboren von Nato-Staaten vorhanden war oder ist. Zuletzt gab es Probleme mit den beiden russischen Verdächtigen, weil die Zeitangaben nicht damit vereinbar zu sein scheinen, dass sie den Türgriff kontaminiert haben, bevor die Skripals das Haus verlassen haben.

Während in den Nato-Staaten die Angst vor russischen Beeinflussungskampagnen geschürt wird und mitunter davon gesprochen, dass Information zur Waffe gemacht wird (weaponized information), um die Bedrohlichkeit zu verstärken, wobei geflissentlich die eigenen Propaganda- und Beeinflussungskampagnen ausgeblendet werden, hat man in Russland einen anderen Blick darauf. Die Darstellung des Skripal-Anschlags wurde nun in einem Kurs der Fakultät für Politikwissenschaft an der Moskauer Staatsuniversität zu einem Thema, um zu zeigen, wie westliche Geheimdienste Nachrichten verbiegen, um Moskau zu beschuldigen. Unter dem Titel “Informationskriege und Interventionsoperationen in die inneren Angelegenheiten der Russischen Föderation”, wird die von den Geheimdiensten inszenierte “Treibjagd” analysiert. …

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#Skripal —- #Kriegslügen

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